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Kronengecko

Rhacodactylus ciliatus (GUICHENOT, 1866)

 

Das Epitheton “ciliatus” kommt vom Wort cilia = Wimper und bedeutet soviel wie “mit Wimpern versehen oder bewimpert”. Es bezieht sich auf die wie Wimpern wirkenden Stachelschuppen oberhalb des Auges.

engl.: Crested Gecko, Guichenot’s Giant Gecko, Eyelash Gecko

 

Schutzstatus

Es besteht kein Schutzstatus. Eine Ausfuhr aus Neukaledonien ist jedoch nicht erlaubt.

Preiskategorie

Mittel. Jungtiere kann man schon für 30€ kaufen. Der Preis kann je nach Farbform bis 300€ und mehr betragen.

Schwierigkeitsgrad

Gering. Diese Art kann auch Anfängern in der Terraristik empfohlen werden.

 

Beschreibung

Rhacodactylus ciliatusDie Gattung Rhacodactylus mit ihren 6 Vertretern ist unter vielen Terrarianern momentan “in”, und ihre Beliebtheit wächst weiter. Quasi aus dem Nichts aufgetaucht, sind diese Echsen aus der Terraristik nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Rhacodactylus ciliatus erfreut sich großer Beliebtheit, da sich bei dieser Art bereits bestimmte Farbmerkmale herauszüchten lassen. Der Kronengecko wurde 1866 von GUICHENOT als Correlophus ciliatus beschrieben und 1883 von BOULENGER in die Gattung Rhacodactylus überführt. Lange Zeit galt der Kronengecko als ausgestorben und wurde erst 1994 auf der südlich der Hauptinsel gelegenen Insel Ile des Pins wiederentdeckt (SEIPP & KLEMMER 1994). Dass diese Spezies lange als verschollen galt, liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass diese Echsen sehr wenige und abgelegene Gebiete in den Wäldern bewohnen und sich von vom Menschen geprägten Landschaften fernhalten. Ein weiterer Grund ist sicherlich die nächtliche Lebensweise in großer Höhe. Tagsüber schlafen sie eingerollt und gut versteckt auf den Bäumen. Die Ausfuhr aus ihrem Lebensraum ist mittlerweile verboten, aber das sollte uns nicht stören, da ein Import ohnehin unnötig ist, weil sich die Geckos gut züchten lassen. Der Bedarf kann also locker durch Nachzuchten gedeckt werden.
Rhacodactylus ciliatusDer Kronengecko ist eine in Neukaledonien endemische Art. Bevorzugter Lebensraum sind die Primärregenwälder des Tieflandes. Hier leben sie vornehmlich auf Bäumen bis in einer Höhe von 15 m (HENKEL & SCHMIDT 2007). Dabei halten sie sich hauptsächlich auf den kleinen Ästen der Bäume auf und meiden den Stamm. Es wird vermutet, dass die Tiere so dem Riesengecko Rhacodactylus leachianus aus dem Weg gehen, der zu ihren natürlichen Feinden gehört.
Kronengeckos gehören zu den kleineren Rhacodactylus-Arten. Sie erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 210 mm bei einer KRL von bis zu 130 mm. Weniger als die Hälfte der Gesamtlänge wird vom Schwanz ausgemacht. Bei dieser Größe erreichen sie ein Gewicht von bis zu 45 g. HOTZ (2008) erwähnt, dass trächtige Weibchen sogar ein Gewicht bis 60 g erreichen können. Der Kopf ist sichtbar dreieckig. Die Breite des Kopfes kann bei einigen Individuen teilweise sehr ausgeprägt sein. Der Körper ist kräftig und mit ebenfalls kräftigen Extremitäten ausgestattet. Die Zehen sind mit breiten Haftlamellen versehen, die das Klettern an glatten Oberflächen ermöglichen. Die Färbung der Geckos ist variabel. Schon von Natur aus variiert sie von Braun- und Grautönen über gelb und orange bis hin zu rot und grün. Gelegentlich sind noch schwarze oder weiße Flecken eingestreut. Die Flanken sind meist etwas dunkler gefärbt als das Dorsum, während der Bereich auf der Kopfoberseite und am Rücken zwischen den Stachelschuppen häufig heller gefärbt ist. Die Infralabialia sind weiß gefärbt. Die Intensität der Färbung ist allerdings auch von der Stimmung und der Tageszeit abhängig. Nachts sind die Geckos intensiver gefärbt als tagsüber. Die Iris der Tiere ist beigefarben bis leicht gelblich. Die senkrechte Pupille kann bei starkem Lichteinfall bis zu einem schmalen Spalt verengt werden. Das charakteristische und auch namensgebende Merkmal sind jedoch die zweireihigen stachelartigen Schuppen, die sich wie Wimpern über Rhacodactylus ciliatusden Augen beginnend wie eine Krone am Kopf entlang bis zum Schwanzansatz erstrecken. Der Schwanz selbst trägt meist helle Sattelflecken und ist an der Spitze abgeflacht und knopfartig aufgetrieben. Seitlich der Kloake befinden sich vergrößerte weißliche Schuppen, die sog. Postanaltuberkel, die bei Männchen größer sein können. Unterhalb der Schwanzspitze befinden sich Haftlamellen, so dass der Schwanz als Greiforgan verwendet werden kann. Leider wird der Schwanz gerne abgeworfen und wächst nur noch als kleiner Knopf wieder nach. SEIPP & HENKEL (2000) beobachteten in freier Wildbahn so gut wie keine Exemplare mit vollständigem Schwanz. Auch HOTZ (2008) berichtet, dass die von ihr gehaltenen Tiere mit der Zeit ihren Schwanz abgeworfen haben, was sie aber nicht weiter beeinträchtigen soll.

Rhacodactylus ciliatus erreicht ein Alter von über 20 Jahren.

Zu den natürlichen Feiden gehört hauptsächlich Rhacodactylus leachianus, aber auch eingeschleppte Ratten und Haustiere erbeuten gelegentlich Kronengeckos.

Eine Vergesellschaftung mit ähnlich großen Echsen ist möglich. HENKEL & SCHMIDT (2007) zeigen z.B. ein Foto eines Kronengeckos, der einträchtig mit einem Querstreifen-Taggecko (Phelsuma standingi) Bananenbrei frisst. Die Autoren raten jedoch insgesamt von einer Vergesellschaftung ab, da tagaktive Echsen die Geckos unter den beengten Terrarienbedingungen beim Schlafen stören können. Eine Vergesellschaftung mit Rhacodactylus chahoua sollte ebenfalls unterlassen werden. Es gibt Berichte über Kreuzungen zwischen beiden Arten, aus denen lebensfähige Jungtiere entstehen können (SEIPP & HENKEL 2011).

Geschlechtsunterschiede

Ab einem Alter von 4-6 Monaten können die Geschlechter gut unterschieden werden. Männchen haben sichtbare Verbreitungskarte Rhacodactylus ciliatusHemipenistaschen. Ein etwas unauffälligeres Unterscheidungsmerkmal sind die bei den Männchen etwas besser sichtbaren Präanofemoralporen. Diese sollen bereits mit einem Alter von 2-3 Monaten erkennbar sein (SEIPP & HENKEL 2011).

Verbreitung

Inseln Neukaledoniens [(z.B. Süden der Hauptinsel Grande Terre am Yaté-See (GIRARD & HEUCLIN 1998), Koutomo (DE VOSJOLI & FAST 1999) und auf der Ile de Pins (SEIPP & KLEMMER 1994)]. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt auf den kleineren Inseln. Von der Hauptinsel sind nur wenige Funde bekannt (z.B. Parc territorial de la Rivière Bleue und Gegend um Mount Dzumac). Die Typuslokalität ist das Dorf Ciu nahe der Stadt Canala.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Rhacodactylus ciliatusIn freier Wildbahn leben diese Geckos in hohen Bäumen. Nicht selten springen sie auch zwischen den Ästen. Aufgrund der kletternden Lebensweise sollte das Terrarium deshalb höher als breit sein. HOTZ (2008) empfiehlt eine Terrariengröße von 150 x 50 x 150 cm für vier Tiere. HENKEL & SCHMIDT (2007) erachten eine Größe von 50 x 40 x 70 cm für ein Pärchen und 100 x 50 x 80 cm für vier Weibchen und ein Männchen als ausreichend, sofern genügend Versteckmöglichkeiten angeboten werden. KLUSMEYER (1999) erwähnt eine Terrariengröße von 40 x 50 x 60 cm für ein Pärchen. SEIPP & HENKEL (2011) sprechen von 40 x 50 x 80 cm für ein Männchen und zwei Weibchen. Männchen vertragen sich untereinander nicht und dürfen auf keinen Fall in einem Terrarium gehalten werden.

Licht

Da diese Art nachtaktiv ist, braucht man keine spezielle UV-Beleuchtung. Für den Lichtbedarf der Pflanzen und für den Tag-/Nacht-Rhythmus verwendet man z.B. T5- oder T8-Leuchtstoffröhren. Spotleuchten dienen als Wärmequelle. Obwohl die Geckos nachtaktiv sind, sonnen sie sich gelegentlich in den Vormittagsstunden (SEIPP & HENKEL 2011). KLUSMEYER (1999) verwendet zur Beleuchtung Energiesparlampen und 20-Watt Halogenspoots. Im Sommer beleuchtet man das Terrarium 14 Stunden und im Winter 10 Stunden.

Temperatur

KlimadiagrammIm natürlichen Lebensraum treten starke Temperaturschwankungen auf. So kann es sein, dass die Temperaturen von 30 °C am Tag auf 10 °C in der Nacht fallen. Das sollte man auch bei der Terrarienhaltung bedenken und für Temperaturschwankungen sorgen. Durchschnittlich herrschen im Lebensraum über das ganze Jahr hinweg jedoch mit 23-30 °C sehr milde Temperaturen, wobei zwischen November und April mit 35 °C die Höchstwerte erreicht werden. Nachts sinken die Temperaturen durchschnittlich um bis zu 8 °C. In der kleinen Regenzeit von Juni bis Juli liegen die Tagesdurchschnittstemperaturen bei 20-24 °C. In dieser Zeit fallen die Nachttemperaturen auch regelmäßig auf Werte um 10 °C ab. HENKEL & SCHMIDT (2007) empfehlen, unterschiedliche Temperaturzonen im Terrarium zu schaffen. Da die Tiere nachtaktiv sind, empfiehlt sich die Verwendung von Heizkabeln und Matten. Bei Glasterrarien kann die Heizmatte z.B. von außen an die Terrarienscheibe angeklebt werden. Die Autoren erwähnen auch, dass man einen waagerecht angeordneten Ast mit einem Heizkabel umwickeln und dieses mit Silikonkleber fixieren kann. Über diesem Heizkabel kann man nun flächendeckend Rindenstücke befestigen. Gut eignen sich auch Elsteinstrahler als Wärmequelle für nachtaktive Tiere. Diese werden allerdings sehr heiß Rhacodactylus ciliatusund müssen mit einem Schutzkorb von den Echsen gesichert werden. HOTZ (2008) empfiehlt für die Terrarienhaltung eine Tagestemperatur im Sommer von 25-30 °C. An lokalen Sonneninseln dürfen auch 35 °C erreicht werden. Nachts liegen die Temperaturen bei 20.22 °C. Im Winter sollte die Tagestemperatur bei 22-23 °C und die Nachttemperatur bei 16-20 °C liegen. HENKEL & SCHMIDT (2007) empfehlen eine Tagestemperatur von 20 °C und Nachttemperatur von 15 °C im Winter, wobei lokal Temperaturen von 25-30 °C herrschen dürfen. Im Sommer sollte die Tagestemperatur bei 25-28 °C liegen bei lokalen Temperaturen von 35 °C und einer Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur. Eine Temperatur von 40 °C sollte an den Wärmeplätzen nicht überschritten werden. KLUSMEYER (1999) erwähnt Tagestemperaturen von 25-28 °C mit Höchsttemperaturen von 32 °C unter den Strahlern. Nachts liegen die Temperaturen bei 18 °C. Im Winter liegen dei Temperaturen bei 22-24 °C tagsüber und 16 °C in der Nacht.

Luftfeuchtigkeit

Auf den der Hauptinsel Grande Terre vorgelagerten Inseln herrscht aufgrund der pazifischen Winde eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit sollte deshalb unter Terrarienbedingungen bei 60-80% liegen. Im natürlichen Lebensraum treten im Jahr zwei Regenzeiten auf. Von Januar bis März ist die Hauptregenzeit mit starken Regenfällen. Eine Regenanlage zur Simulation dieser Phase ist hilfreich. Alternativ kann man das Becken mehrmals täglich mit lauwarmem Wasser besprühen. Von Juni bis Juli gibt es eine weitere Regenzeit, in der jedoch weniger Regen fällt. Besonders am Abend sollte gesprüht werden, damit die langsam aktiv werdenden Geckos die Wassertropfen auflecken können.

Einrichtung

Rhacodactylus ciliatusRhacodactylus ciliatus bewohnt die lichten Tieflandregenwälder. Der Lebensraum dieser Art ist durch hohe Bäume mit dichtem Unterwuchs geprägt. HENKEL & SCHMIDT (2007) berichten, dass die Vegetation hauptsächlich aus Gymnospermen, Baumfarnen und Araukarien (Araucaria columnaris) besteht. Um genügend Klettermöglichkeiten zu bieten und für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen, sollte das Terrarium mit vielen Pflanzen und Kletterästen eingerichtet werden. HOTZ (2008) erwähnt Ficus-Arten. Ach Sansevierien eignen sich als Bepflanzung. KLUSMEYER (1999) erwähnt einen großblättrigen Philodendron, der auch tagsüber gern zum Schlafen genutzt wird. SEIPP & HENKEL (2011) erwähnen Ficus benjamini, F. elastica und F. pumila. Als Klettermöglichkeiten dienen Äste von Korkenzieherhasel und Weiden sowie Lianen und Korkäste. Letztgenannte sollten jedoch keine allzu rauhe Rinde haben. Baumhöhlen werden ähnlich wie bei Rhacodactylus auriculatus nicht genutzt. Auch Baumstämme werden selten aufgesucht. Rhacodactylus ciliatus bevorzugt glatte Oberflächen und meidet zu rauhe Einrichtungsgegenstände. Als Bodengrund verwendet HOTZ (2008) eine 10-15 cm hohe Schicht aus Sand und Erde. Auch HENKEL & SCHMIDT (2007) verwenden ein Erde-Sand-Gemisch im Verhältnis von 2:1, aber sie erwähnen auch, dass sich alle möglichen Bodensubstrate von Lehm über Torf und Kokoserde bis hin zu Kies eignen. Das Substrat sollte jedoch eine Höhe von mindestens 8 cm haben. Eine Wasserschale vervollständigt die Einrichtung.

Fütterung

Rhacodactylus ciliatusKronengeckos sind im Gegensatz zu den Höckerkopfgeckos aktive Jäger, die während der Nacht das Terrarium nach Futter durchsuchen. Es werden fast alle üblichen Futtertiere angenommen (Grillen, Mehlwürmer, Wachsmaden, Fliegen, Schaben usw.), wobei Heuschrecken und Schaben wohl nur widerwillig angenommen werden (HOTZ 2008). Die Futtertiere werden regelmäßig mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, und außerdem wird eine Schale mit zerriebener Sepiaschale angeboten. Aus der freien Wildbahn ist bekannt, dass diese Geckos sich hauptsächlich von Früchten ernähren (SEIPP & HENKEL 2011). HENKEL & SCHMIDT (2007) erwähnen, dass das Verhältnis von tierischer zu pflanzlicher Nahrung 1:3 betragen kann. Zusätzlich kann man Baby-Früchtebrei in verschiedenen Geschmacksrichtungen anbieten (z.B. von Hipp). SEIPP & HENKEL (2011) zählen die Geschmackssorten Apfel, Aprikose, Banane, Maracuja und Pfirsich auf. HENKEL & SCHMIDT (2007) reichen jedem Tier einen gehäuften Teelöffel Brei pro Tier, der in den Kunststoffverschlüssen von Flaschen im Terrarium verteilt wird. HOTZ (2008) füttert dreimal wöchentlich. Jungtiere werden anfangs täglich gefüttert, ab einem Alter von 4-6 Wochen nur noch alle 2 Tage. HENKEL & SCHMIDT (2007) füttern die Adulti ebenfalls zwei- bis maximal dreimal in der Woche mit z.B. 3 großen Grillen oder 2-3 Zophobas. Jungtiere werden alle 2 Tage mit so vielen Insekten gefüttert, wie sie innerhalb einer Nacht fressen können. Wasser wird nach dem Besprühen von den Blättern aufgeleckt, trotzdem sollte eine Schale mit frischem Trinkwasser nicht fehlen. KLUSMEYER (1999) mischt dem Sprüh- und Trinkwasser 5-7 Tropfen Multibionta oder Multibio-Weyxin pro Liter Wasser bei.

Zucht

Rhacodactylus ciliatusWichtig für die Einleitung von Fortpflanzungsaktivitäten scheinen die unterschiedlichen Jahreszeiten zu sein. Um die Tiere in Paarungsstimmung zu bringen, sollte eine kühle Winterperiode simuliert werden. Diese Zeit dient auch zur Erholung der Weibchen. HENKEL & SCHMIDT (2007) erwähnen eine Absenkung der Temperaturen auf 20 °C am Tag und 15 °C in der Nacht über 2 Monate. KLUSMEYER (1999) reduziert außerdem die Beleuchtungsdauer innerhalb von 6 Wochen von 14 auf 10 Stunden. Er vermutet jedoch, dass eine Winterruhe keinen Einfluss auf die Paarungsaktivitäten hat. Wahrscheinlich würden sich die Tiere auch ohne Überwinterung das ganze Jahr hindurch fortpflanzen. HOTZ (2008) empfiehlt, dass die Weibchen ein Gewicht von mindestens 35 g haben sollten bevor sie erstmals verpaart werden. Dieses Gewicht erreichen sie nach 13-14 Monaten. Hat ein paarungswilliges Männchen ein Weibchen entdeckt, nähert es sich dem Weibchen mit ruckartigen Bewegungen. Ist das Weibchen zur Paarung bereit, bleibt es ruhig liegen, während das Männchen auf den Rücken klettert und sich im Nacken verbeißt. Kurz darauf erfolgt die Kopulation. Nach einer Tragezeit von 30-40 Tagen erfolgt die Eiablage. Die Weibchen durchsuchen das Terrarium und führen Probebohrungen durch. Pro Gelege werden zwei maximal 11 x 24 mm große und 1,2-2,8 g schwere Eier abgelegt. In einem Abstand von 4 Wochen können während einer Saison 7 Gelege produziert werden. BALDWIN & REPASHEY (1998) berichten sogar von 10 Gelegen in einem Jahr, die in einem Abstand von 24 Tagen produziert wurden. HOTZ (2008) berichtet, dass die Eier bevorzugt zwischen Pflanzenwurzeln und unter Einrichtungsgegenständen abgelegt werden. Ähnliches beobachteten auch SEIPP & HENKEL (2011). Die Eier sollten vorsichtig in einen Inkubator überführt werden. Als Brutsubstrat eignen z.B. sich Torf, Vermiculit, Seramis etc. Über eine hohe Schlupfrate wir bei der Verwendung von Perlite berichtet (HENKEL & SCHMIDT 2007). Um ein ersticken der Jungtiere beim Fressen von Vermiculit zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung von einer groben Körnung. HOTZ (2008) verwendet zur Inkubation mit Vermiculit gefüllte Heimchenboxen. Die Eier werden zur Hälfte im Substrat vergraben. HOTZ weist darauf hin, dass zum Ende der Inkubationszeit das Substrat nicht zu feucht sein darf, da es sonst zum Absterben der Embryonen kommen kann. Bei Temperaturen > 32 °C sterben die Eier ebenfalls ab (HENKEL & SCHMIDT 2007). Der Einfluss der Inkubationstemperatur auf die Geschlechtsausprägung ist bei dieser Art noch nicht ganz geklärt. HENKEL & SCHMIDT (2007) berichten über das Auftreten von beiden Geschlechtern bei Temperaturen zwischen 22 und 25 °C jedoch mit einem höheren Anteil an Weibchen. BACH (2006) berichtet, dass bei 26-27 °C vornehmlich Weibchen schlüpfen. KLUSMEYER (1999) zitiert HÖSS, der bei einer Inkubation bei Raumtemperatur über den Schlupf von hauptsächlich Männchen berichtet, während bei 26-27 °C und einer Temperaturabsenkung um 3-4 °C für 3-4 Stunden größtenteils Weibchen schlüpften. Bei Temperaturen > 28 °C schlüpfen hauptsächlich Männchen (SEIPP & HENKEL 2011).
Weibliche Kronengeckos können Samen speichern (Amphigonia retardata) und auch ohne erneute Paarung bis zu vier weitere Gelege produzieren (HOTZ 2008).

Inkubationstemp.

Inkubationszeit

Größe

Gewicht

HENKEL & SCHMIDT (2007)

25-28 °C
20 °C

60-75 Tage
120 Tage

k.A.

k.A.

HOTZ (2008)

25-27 °C

60-75 Tage

71-78 mm

1,5-2 g

KLUSMEYER (1999)

26-27 °C mit Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur

60-70 Tage

k.A.

k.A.

Tabelle: Inkubationsdaten aus der Literatur

Rhacodactylus ciliatusKurz nach dem Schlupf häuten sich die Jungtiere zum ersten Mal. Die Aufzucht erfolgt in Gruppen oder einzeln. HOTZ (2008) empfiehlt die Verwendung von Faunaboxen oder mit Lüftungsflächen ausgestattete BraPlast-Dosen (20 x 20 x 20 cm für ein Tier). HENKEL & SCHMIDT (2007) beschreiben den Bau von Terrarien für die Einzelaufzucht aus Vorratsdosen der Firma Fürst-Plastik. Die Haltungsbedingungen entsprechen denen der Adulti. Nur bei den Temperaturen empfehlen HENKEL & SCHMIDT (2007) eine kühlere Haltung bei 23 °C, da es sonst zu Mangelerscheinungen wie Rachitis kommen soll. Erste Nahrung wird nach 2-3 Tagen gefressen. Ab einem Alter von 8-9 Monaten werden die Tiere geschlechtsreif (HOTZ 2008). SEIPP & HENKEL (2011) sprechen von 10-11 Monaten.

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Literatur

BACH, S. (2006): Der Kronengecko Rhacodactylus ciliatus. - Art für Art, Natur und Tier-Verlag, Münster, 62 S.

BALDWIN, R. & A. REPASHEY (1998): The New Caledonian Crested Gecko. - Reptiles, 6(4): 32-43.

BAUER, A. & V. VINDUM (1990): A checklist and a key to the herpetofauna of New Caledonia, with remarks on biogeography. - Proc. Calif. Acad. Sci., San Francisco, 4. Ser., 46:17-45.

BAUER, A. & R. SADLIER (2000): The Herpetofauna of New Caledonia. - SSAR.

BÖHME, W. & F.-W. HENKEL (1985): Zur Kenntnis der Herpetofauna Neukaledoniens, speziell der Gattung Rhacodactylus. - herpetofauna, Weinstadt, 7(34): 23-29.

BOULENGER, G.A. (1883): On the geckos of New Caledonia. - Proc. Zool. Soc. Lond.: 123-128.

DE VOSJOLI, P & F. FAST (1999): Natural History, Captive Husbandry and Breeding of the New Caledonian Crested Gecko, Rhacodactylus ciliatus. Part 1. Natural History. - Vivarium, Escondido, 10(6): 6-9.

DE VOSJOLI, P & F. FAST (1999): Natural History, Captive Husbandry and Breeding of the New Caledonian Crested Gecko, Rhacodactylus ciliatus. Part 2. Husbandry and Propagation. - Vivarium, Escondido, 11(1): 17-23.

GIRARD, F. & D. HEUCLIN (1998): Première mention du gecko Rhacodactylus ciliatus sur le Grande Terre (Nouvelle-Calédonie) depuis sa descrition en 1866. - Bull. Soc. Herp. Fr., 85-86: 60-61.

GUICHENOT, A. (1866): Notice sur un nouveau genre de sauriens de la famille des geckotiens, Correlophus ciliatus. - Mém. Soc. Hist. nat. Cherbourg, 12: 248-252.

HAMPER, R. (2003): The Crested Gecko, Rhacodactylus ciliatus, in Captivity. - ECO Publishing, Lansing, 69 S.

HENKEL, F.-W. & W. SCHMIDT (2007): Rhacodactylus ciliatus und auriculatus. Pflege und Vermehrung. - Herpeton Verlag, Offenbach.

HOTZ, V. (2008): Haltung und Zucht des Neukaledonischen Kronengeckos (Rhacodactylus ciliatus), ein unkomplizierter Gecko. - Terraria, Natur und Tier-Verlag, Münster, 3(4): 75-80.

KLUSMEYER, B. (1999): Rhacodactylus ciliatus (GUICHENOT). - Sauria, Berlin, Loseblattsammlung: 467-470.

KULLMANN, B. (1995): Über die Wiederentdeckung des Kronengeckos (Rhacodactylus ciliatus) in Neu Kaledonien. - elaphe N.F., Rheinbach, 3(2): 68-71.

LOVE, B. & K. HANLEY (2005): Rhacodactylus ciliatus (Guichenot 1866). - Reptilia (GB), 39: 43-46.

PETHER, J. (1999): In Search of a Giant - A Trip to New Caledonia. Part Two: The Care and Breeding of Three Species of Rhacodactylus in Captivity. - Reptilian, Vol. 5(10): 11-17.

SEIPP, R. & K. KLEMMER (1994): Wiederentdeckung von Rhacodactylus ciliatus - GUICHENOT, 1866 im Süden Neukaledoniens (Reptilia: Sauria: Gekkonidae). - Senckenb. Biol. 74: 199-204.

SEIPP, R. & F.-W. HENKEL (2011): Rhacodactylus - Biologie, Haltung und Zucht. - Chimaira-Verlag, Frankfurt/M.

WITHERS, C. (2004): GGA cares for Rhacodactylus ciliatus. - Chit Chat 15: 8-10.

 

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