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Bartagame

Pogona vitticeps (AHL, 1926)

 

Das Epitheton setzt sich aus den Wörtern vittatus = gestreift und cephalos = Schädel, Kopf zusammen. Es bezieht sich auf den gestreiften Kopf.

engl.: Bearded Dragon

 

Schutzstatus

kein Schutzstatus

Preiskategorie

Niedrig bis hoch. Auf Börsen und im Internet kann man junge Bartagamen schon für 15-20 Euro kaufen. Besondere Farbvarianten wie gelbe oder rote Tiere können über 1000 Dollar kosten.

Schwierigkeitsgrad

Niedrig. Bartagamen sind nicht schwer zu halten. Ein besonderer Vorteil ist, dass sie auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen.

 

Beschreibung

Pogona vitticepsEin weiterer Evergreen unter den Reptilien ist sicherlich die Bartagame. Man kann sie fast überall erwerben und so ziemlich jeder Terrarianer hat sie schon gehalten. Leider gerät sie mittlerweile außer Mode, gerade weil sie so häufig angeboten wird. Andererseits muss man sagen, dass die Bartagame ein weiteres Beispiel dafür ist, dass man Reptilien nicht unbedingt immer importieren muss, weil es nicht immer schwierig ist, sie auch hierzulande erfolgreich zu züchten. Da die Tiere in der Natur Einzelgänger sind, sollte man sie wenn möglich auch im Terrarium nur einzeln halten.

Pogona vitticeps kann eine Körperlänge von über 55 cm erreichen. Der Schwanz macht die Hälfte der Körperlänge aus. Die Kehle ist mit kegelförmigen, spitzen Schuppen besetzt, die im vorderen Bereich v-förmig verlaufen, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Pogona barbata ist, die eine gerade verlaufende Reihe von Kegelschuppen besitzt, die über Kehle und Wangen bis zur Halsseite verläuft. Der Körper ist abgeflacht und an den Seiten auch mit weichen, spitzen Schuppen besetzt. Die Grundfarbe ist normalerweise graubraun, aber es kommen auch gelbe oder rötliche Tiere vor. Beim Sonnen nimmt das Tier eine dunklere Färbung an.
Bei Gefahr kann die Bartagame ihren Körper “flunderartig” abplatten. Zur Abwehr wird zusätzlich wird der Bart aufgestellt und das Maul aufgerissen.

Die Bartagame bevorzugt trockene und warme Habitate. Es sind meistens offene Busch- und Baumlandschaften. Nach PETHER (1996) hält sich Pogona vitticeps in Australien an Strommasten und städtischen Gebäuden auf, von denen sie im Laufe des Tages herabsteigt.

Diese Echse kann 19 Jahre alt werden (HAUSCHILD 1997).

Geschlechtsunterschiede

Männchen haben deutlich erkennbare Femoralporen, aus denen besonders zu Zeiten hoher Paarungsaktivität wachsartige Strukturen heraushängen können. An der Schwanzwurzel lassen sich die Hemipenistaschen erkennen. Ein weiteres, jedoch unsicheres Zeichen ist der größere Kopf des Männchens. HAUSCHILD (2000) erwähnt, dass Männchen bei Erregung ihren “Bart” und die Schwanzspitze tiefschwarz verfärben können. Eine Unterscheidung der Geschlechter soll ab dem dritten Monat möglich sein.

Verbreitung

Australien (New South Wales, Victoria, South Australia, Northern Territory und Queensland).

Haltung im Terrarium

Terrarium

Da Agamen in den meisten Fällen sehr aktive TierePogona vitticeps sind, sollte man ihnen eine möglichst große Bodenfläche bieten. Idealerweise sollte die Grundfläche mindestens 120 x 80 cm groß sein. An der Höhe sollte man auch nicht sparen, da die Tiere gerne höhere Stellen aufsuchen, um ihr Revier zu überblicken. Also auch da sind mindestens 60 cm angebracht. HAUSCHILD (2005) befürwortet einen Freilandaufenthalt in den warmen Sommermonaten. Sobald die Temperaturen 25 °C erreichen, können die Tiere nach draußen gesetzt werden.

Licht

Generell sollte man bei Tieren, die aus sehr sonnigen und warmen Orten kommen, versuchen, ein sehr helles Terrarium zu schaffen. Da die Bartagame ja in größeren Terrarien gehalten werden sollte, empfiehlt es sich, hier HQI-Strahler zu verwenden. Weiterhin versucht man durch einen Spot lokale Sonneninseln zu schaffen. ROTHENHÖFER (2000) empfiehlt eine UV-Bestrahlung mit einer Osram UltraVitalux-Birne für 30 Minuten pro Tag. Die Lampe wird mit einem Abstand von 50-100 cm zum Boden angebracht. Das Licht sollte im Sommer 14 Stunden und im Winter etwa 8-10 Stunden brennen.

Temperatur

In der Natur können die Temperaturen bis auf 50°C steigen und imPogona vitticeps Winter sogar kurzfristig bis an die Frostgrenze sinken. Im Terrarium versucht man lokale Sinneninseln mit einer Temperatur von ca. 50°C zu schaffen. Die allgemeine Lufttemperatur sollte im Sommer bei ca. 25-30°C liegen. Wenn es zu warm ist hecheln die Echsen zur Thermoregulation. Es können auch Heizmatten oder -kabel eingesetzt werden. Nachts sollte die Temperatur bei etwa 20°C liegen.

Luftfeuchtigkeit

50-60%. Gelegentlich sollte man das Terrarium mit lauwarmem Wasser überbrausen. HAUSCHILD (2000) überbraust den Boden täglich.

Einrichtung

Als Bodengrund verwendet man z.B. reinen Spielsand oder ein Sand- Lehm-Gemisch welches 5-10 cm hoch eingefüllt wird. HAUSCHILD (2000) verwendet lehmhaltigen Kiesgrubensand, welchen er 20-30 cm hoch einfüllt. Als Einrichtung verwendet man Steine und Wurzeln, die gerne als Aussichtspunkt genutzt werden. Obwohl Pogona vitticeps nur gelegentlich trinkt (ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mein Tier beim Trinken gesehen hätte), sollte ein Wassernapf nicht fehlen.

Fütterung

Pogona Pogona vitticepsvitticeps frisst sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Anbieten kann man Grillen, Heimchen, Schaben, Zophobas, Heuschrecken, Regenwürmer, Schnecken, nackte Mäuse und Ratten, Salate (Endivien, Eisberg), Basilikum, Chicorée, Fenchel, Klee, Weizenkeimlinge, Kürbis, Chinakohl, Lauch, Paprika, Petersilie, Sellerie, Spinat, Spitzwegerich Tomaten, Zucchini, Möhren, Kohl, Löwenzahn, Äpfel, Aprikosen, Bananen, Weintrauben, Orangen, Erdbeeren, Melonen, Birnen und andere Gemüse- und Obstsorten. Das Futter sollte mit einem Kalk- und Vitaminpräparat bestäubt werden. ROTHENHÖFER (2000) füttert Jungtiere bis zu einem Alter von 4 Monaten zweimal täglich und ab einem Alter von über vier Monaten einmal täglich. Ab einem Alter von 10 Monaten wird nur 4-5 Mal in der Woche gefüttert.

Zucht

Für eine erfolgreiche Zucht sollte man den Tieren eine Winterruhe gönnen. ROTHENHÖFER (2000) fährt die Temperatur im Herbst auf 20°C runter. In der Winterruhe geht die Temperatur nachts sogar bis 10°C runter. Trotzdem werden lokal erwärmte Stellen angeboten. HAUSCHILD (2000) schaltet Heizung und Licht für 6-8 Wochen völlig aus. Nach der Winterruhe paaren sich die Tiere meistens. Die Paarung dauert ca. 2 Minuten (PETHER 1996). Die Trächtigkeit dauert ca. 6 Wochen. AuchPogona vitticeps Bartagamen-Weibchen stellen die Nahrungsaufnahme kurz vor der Eiablage ein. Während dieser Zeit sucht es nach geeigneten Plätzen und durchwühlt dabei das gesamte Terrarium. Am besten bietet man dem Weibchen eine Stelle mit feuchtem Sand, welcher 15-20 cm hoch eingebracht wird. Die Weibchen sollten zur Eiablage einzeln gehalten werden. ROTHENHÖFER (2002) empfiehlt eher die anderen Terrariuminsassen zu entfernen als das trächtige Weibchen. Da die Weibchen gößere Löcher zur Ablage graben, sollte die Eiablageörtlichkeit mindestens so groß sein wie die Kopf-Rumpf-Länge des Weibchens. Generell werden 20-30 Eier gelegt. PETHER (1996) erwähnt, dass Gelege mit bis zu 40 Eiern vorkommen, und dass Weibchen drei bis sieben Mal im Jahr Eier ablegen. Pogona vitticeps-Weibchen haben die Fähigkeit Samen zu speichern (Amphigonia retardata) und können mit nur einer Paarung bis zu drei Gelege ablegen.

Bei einer Zeitigungstemperatur von 29-30°C und einer Luftfeuchtigkeit von 90-100 % schlüpfen die Jungtiere nach ca. 55 Tagen. Auch PETHER (1996) inkubiert die Eier bei 28-30 °C. Bei diesen Temperaturen schlüpfen die Jungen nach 55 Tagen. HAUSCHILD (2000) erwähnt eine Zeitigung bei 27°C und 95% Luftfeuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen schlüpfen die Tiere nach ca. 85 Tagen. Sie sind beim Schlupf ca. 8-10 cm lang. Es ist empfehlenswert, die frisch geschlüpften Jungtiere zuerst auf feuchtem Küchenpapier zu halten bis die Bauchdecke verschlossen ist. Die Tiere können bei guter Fütterung im Alter von einem Jahr geschlechtsreif sein.

Buchempfehlungen

zum Buch zum Buch

Literatur

AHL, E. (1926): Neue Eidechsen und Amphibien. - Zool. Anz. (Leipzig) 67: 186-192.

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