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Großer Madagaskar-Taggecko

Phelsuma grandis GRAY, 1870

 

Das Epitheton leitet sich vom lateinischen Wort “grandis” = groß ab. Es bezieht sich auf die Größe der Tiere, die weitaus größer werden als die anderen Unterarten der Art P. madagascariensis unter der P. grandis ehemals geführt wurde.

engl.: Giant Madagascar Day Gecko

 

Schutzstatus

WA II, Anhang B der EGVO-Nr. 338/97. Da der Große Madagaskar-Taggecko mittlerweile jedoch in Deutschland häufig nachgezüchtet wird, ist seit Januar 2005 die Meldepflicht entfallen. Dennoch braucht man gültige Papiere, mit deren Hilfe man im Zweifelsfall nachweisen kann, dass es sich tatsächlich um in Deutschland gezüchtete Tiere handelt.

Preiskategorie

Mittlere Preiskategorie. Im Internet kann man junge Phelsuma grandis schon für 20 Euro kaufen. Adulte Tiere kosten ca. 60 Euro. Auch bei dieser Art gibt es mittlerweile Farbvarianten wie z.B. die “High red”-Form, die weit über 200 Euro kosten können.

Schwierigkeitsgrad

Mittel. Hohe Ansprüche an Lichtqualität und großer Platzbedarf. Bei zu wenig Fingerspitzengefühl verfetten die Tiere.

 

Beschreibung

Phelsuma grandisDer große Madagaskar-Taggecko wurde lange Zeit als Unterart von Phelsuma madagascariensis aufgeführt bis er 2007 von RAXWORTHY et al. zur eigenständigen Art erhoben wurde. RAXWORTHY begründet den Artstatus mit dem ökologischen Nischenmodell zur Artenaufspaltung, das jedoch nicht überall anerkannt ist und nicht immer als ausreichend angesehen wird, um einer Spezies Artstatus zuzuschreiben. Allerdings gibt es weitere Hinweise, die die Abspaltung unterstützen. Es bestehen z.B. genetische Unterschiede zu P. madagascariensis. Es soll genetisch sogar eine größere Ähnlichkeit zu Phelsuma parkeri als zu P. madagascariensis bestehen (ROCHA et al. 2007). Auch morphologisch bestehen eindeutige Unterschiede, wie RÖSLER (2001) anhand der Rumpfbeschuppung zeigen konnte. Es bleibt abzuwarten, ob sich in der Taxonomie noch etwas ändern wird.
Bei Phelsuma grandis handelt es sich sicherlich um den Klassiker unter den Taggeckos. Adulte männliche Exemplare können eine Gesamtlänge von 30 cm erreichen und gehören in ihrer Gattung zusammen mit Phelsuma guentheri und Phelsuma standingi zu den größten Vertretern, wenn man die vermutlich ausgestorbenen Arten P. edwardnewtoni und P. gigas nicht mitzählt. Auch unter den Geckos insgesamt gehören sie zu den Riesen. Generell werden Männchen allerdings nicht größer als 25 cm. Weibchen bleiben mit 22-24 cm noch kleiner. Die Hälfte der Gesamtlänge entfällt auf den Schwanz. HALLMANN et. al (2008) berichten, dass insbesondere um Ramena, nordöstlich von Antsiranana, größere und stärker gebänderte Individuen vorkommen während in den küstennahen Bereichen des Nordostens, zwischen Vohimarina und Antalaha und im Nordwesten, zwischen Ambilobe, Ambanja und Nosy Be auffallend kleine und weniger spektakulär gefärbte Exemplare nachgewiesen wurden.
Phelsuma grandis High redDie Tiere haben für gewöhnlich eine smaragdgrüne Grundfärbung, die jedoch wie bereits gesagt je nach Fundort sehr variabel sein kann. Die Unterseite ist weiss. An beiden Schnauzenseiten zieht sich ein roter Streifen etwa von den Nasenlöchern bis zum Auge. Die Augen werden im hinteren Bereich von einem weiteren roten Fleck halbkreisförmig umsäumt. Auf dem Kopf befinden sich zwei weitere rote Flecken, die etwa in Augenhöhe beginnen und V-förmig zur Schnauzenmitte hin zusammenlaufen. Auf dem Rücken kommen mehrere rote Flecken vor, deren Anzahl und Größe variiert. So gibt es sogenannte “High red”-Tiere, die geradezu rote Tigerstreifen besitzen aber auch Tiere, denen bis auf die roten Streifen an der seitlichen Schnauze jegliche rote Flecken fehlen. Die Bauchseite ist weißlich. Die Intensität der Färbung ist von mehreren Faktoren abhängig. Morgens sind die Tiere eher dunkler gefärbt, während sie während der Paarung oder beim Erbeuten von Futtertieren besonders grell erscheinen können. Es wurde bereits mehrfach über bläuliche Tiere berichtet. Man muss jedoch annehmen, dass es sich bei den bläulichen Hautpartien um abgeheilte Wunden handelt, die bei vielen Phelsumen bläulich schimmern.
Laut HALLMANN et al. (2008) liegt die Hauptaktivitätszeit dieser Art zwischen 7 und 10 Uhr und 16 und 18 Uhr. Der Große Madagaskar-Taggecko lebt größtenteils im Flachland unterhalb von 200 m in Küstennähe und soll sich in der Natur bevorzugt an großen Bäumen mit glatter Rinde und Bananenstauden aufhalten. LIEBEL und SCHMIDT (2002) erwähnen, dass im Norden Madagaskars außerhalb der Stadt Antsiranana jeder große Baum mit mit einem oder zwei Phelsuma grandis besetzt ist. WAGNER et al. (2009) untersuchten die Habitatwahl im künstlichen Biotop der Masoala-Regenwaldausstellung im Zoo Zürich. Dabei konnten sie eine deutliche Vorliebe für den Baum des Reisenden (Ravenala madagascariensis) und für Schraubenpalmen (Pandanus spp.) beobachten. Vermutlich wurden diese Spezies bevorzugt, da ihre Blattachseln gute Versteck- und Eiablagemöglichkeiten bieten. Sehr beliebt als Aufenthaltsort waren auch die Belüftungsröhren der Halle. WAGNER et. al. (2009) vermuten, dass dies an den guten Möglichkeiten der Thermoregulation liegen könnte.
Als Kulturfolgerin findet man die Echse jedoch auch häufig an menschlichen Behausungen.

Laut KOBER (2004) ist eine Vergesellschaftung mit folgenden Arten möglich: Uroplatus henkeli, Gekko grossmanni, Gecko vittatus, Acanthosaura capra, Gonocephalus chamaeleontinus, bodenbewohnende Skinke der Gattung Mabuya, mittelgroße Kröten der Gattung Bufo und Riesentausendfüßler.

HALLMANN et al. (2008) weisen darauf hin, dass obwohl der Große Madagaskar-Taggecko seinen Lebensraum in der Natur mit P. abbotti chekei, P. seippi, P. dubia, P. l. laticauda, P. p. pusilla, P. guttata und P. klemmeri teilt, eine Vergesellschaftung mit diesen Arten allein aufgrund der geringen Größe der aufgezählten Arten unterlassen werden sollte. Auf eine Vergesellschaftung mit P. madagascariensis, P. kochi und P. boehmei sollte aufgrund der Gefahr von Kreuzungen verzichtet werden.

Phelsuma grandis kann 20 Jahre alt werden (KRÜGER 1996b). RÖSLER (1995) gibt ein Alter von mind. 15 Jahren an.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind meistens größer und massiger gebaut. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal sind jedoch die sehr viel stärker ausgeprägten Präanofemoralporen, aus denen wachsartige Strukturen heraushängen können. Insbesondere während der Fortpflanzungszeit können die Weibchen große Kalkspeicher am seitlichen Hals ausbilden, die sich schon ab einem Alter von 6 Monaten als Schwellungen bemerkbar machen. KOBER (2006) erwähnt als weiteres Unterscheidungsmerkmal den Kopf, der bei Männchen deutlicher vom Hals abgesetzt und breiter ist. Von oben betrachtet sollen die Augen außerdem bei den Männchen etwas hervorstehen, während sie bei den Weibchen in einer Linie mit den Kopfseiten liegen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist auf den Norden Madagaskars beschränkt (GLAW & VENCES 1994). Die Fundorte liegen hauptsächlich in Küstennähe (z.B. Nosy Bé, Diego-Suarez). Das Verbreitungsgebiet überschneidet sich im Nordwesten (Mahajanga/Antsohihy) mit dem von Phelsuma kochi und im Nordosten (Halbinsel Masoala) mit dem von Phelsuma madagascariensis (KRÜGER 1996).

Haltung im Terrarium

Terrarium

Phelsuma grandisKOBER (2004) empfiehlt für ein einzelnes Tier oder ein Pärchen eine Mindestterrariengröße von 60 x 40 x 100 cm (L x B x H). Zur Einzelaufzucht der Jungtiere reichen 20 x 20 x 30 cm. Zur Haltung von Kleingruppen sollte das Terrarium mindestens 60 x 30 x 50 cm groß sein. Für die notwendige Lüftung sorgt man dadurch, dass das Terrarium an der Oberseite komplett mit Drahtgaze abgedeckt wird. GERHARDT (2002) pflegt ein Zuchtpaar in Terrarien mit den Maßen von 70 x 60 x 100 cm. Auch er hält Jungtiere erfolgreich in Gruppen zusammen. SCHMIDT (1998) berichtet über ein Terrarium mit den Maßen von 60 x 60 x 80 cm für ein Pärchen. SCHRÖER (1998) hält ein Männchen mit 3 Weibchen in einem Terrarium mit den Maßen von 150 x 70 x 70 cm.

Licht

Zur Beleuchtung eignen sich besonders gut HQI-Strahler, die ein dem Sonnenlicht ähnliches Spektrum liefern. Zusätzlich kann man Leuchtstoffröhren verwenden. Um lokale Sonneninseln zu schaffen, verwendet man z.B. Halogenspots oder spezielle Sonnenspots für Reptilien. Alle Beleuchtungsmittel sollten ausserhalb des Terrariums angebracht werden, da es sonst zu Verbrennungen kommen kann. Für die o.g. Terrariengröße empfiehlt KOBER (2004) folgende Beleuchtung:

  • 1. Alternative: 1 x HQI (70 W); 1 x Energiesparlampe (23 W)
  • 2. Alternative: 1 x CDM-R (35 W); 2 x Halogenstrahler (220 V, 40 W)
  • 3. Alternative: 2 x Halogenstrahler 220 V, 60 W); 3 x Energiesparlampe (23 W)

Zusätzlich bestrahlt man die Tiere dreimal in der Woche für 20-40 Minuten aus einer Entfernung von 60-80 cm mit einer Osram Ultravitalux (300 W) (KOBER 2004). GERHARDT (2002) verwendet bei seiner oben beschriebenen Terrariengröße in jedem Terrarium eine 70 W HQI-Lampe und zwei Arcadia D3-Röhren. SCHMIDT (1998) verwendet für o.g. Terrarium lediglich eine 18-W-Tageslicht-Leuchtstoffröhre.

Im Sommer beleuchtet man die Terrarien 13-15 Stunden und im Winter 11 Stunden täglich.

Temperatur

Im Verbreitungsgebiet von Phelsuma grandis herrscht eine mittlere Jahrestemperatur von 25,9 °C (Nosy Be). Die Temperaturen schwanken über das Jahr gesehen nur sehr gering (ca. 3,6 °C) mit einer mittleren Temperatur von 23,6 °C im kältesten Monat und 27,2 °C im wärmsten Monat. In Antsiranana liegen die Temperaturen etwas höher mit im Mittel 27 °C. Die mittlere Temperatur im kältesten Monat liegt bei 25 °C und im wärmsten Monat bei 28 °C (RAVET 1948). KRÜGER (1996b) erwähnt bei der Terrarienhaltung Temperaturen von 21-26 °C. SCHMIDT (1998) spricht von 25-27 °C tagsüber und 20 °C nachts. SCHRÖER (1998) berichtet von tagsüber bis 30 °C und nachts 22 °C und weist auf unterschiedliche Klimazonen mit einen Temperaturabstieg tagsüber auf 24 °C in Bodennähe hin.

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Luftfeuchtigkeit

Im Herkunftsgebiet von Phelsuma grandis ist es nur mäßig feucht bei einer Niederschlagsmenge von ca. 900-1500 mm im Jahr. RAVET (1948) gibt für Antsiranana eine Niederschlagsmenge von 902 mm und für Nosy Be eine von 1445 mm an. Die Luftfeuchtigkeit sollte deshalb zwischen 50 und 70 % eingestellt werden. Es sollte täglich (am bestens abends, weil das den natürlichen Verhältnissen am ehesten entspricht) gesprüht werden, um die Feuchtigkeit für kurze Zeit auf ca. 90 % zu erhöhen. Laut KOBER (2004) haben sich Tageswerte zwischen 50 und 60 % bewährt. Dabei kann die Luftfeuchtigkeit auch mal auf 40 % fallen. Nachts dürfen die Werte auf 70-80% ansteigen (KOBER 2006). Dauerhaft hohe Werte um die 80 % werden wohl nicht gut vertragen. KRÜGER (1996b) erwähnt 60-80%.

Phelsuma grandisEinrichtung

Die Einrichtung sollte wie bei Taggeckos üblich aus glatten Gegenständen wie z.B. Bambusrohren und aus Pflanzen mit glatten Blättern bestehen, die so groß sind, dass die Tiere sich hinter ihnen verstecken können. Auch hier eignen sich Sanseverien und Bromelien sehr gut. Die Bambusrohre werden vorwiegend senkrecht angebracht, nur unter den Sonnenplätzen werden die Äste auch horizontal befestigt, damit sich die Tiere dort sonnen können. Die Einrichtung muss gerade bei der Haltung von mehreren Tieren so strukturiert werden, dass jedes Tier ein eigenes Rückzugsgebiet hat. KOBER (2004) empfiehlt die Rückwände blickdicht zu verkleiden, damit die Geckos nicht das Gefühl von mangelnder Deckung haben. Der Bodengrund kann z.B. aus einer Kokoshumus- Sandmischung bestehen und dient in Taggeckoterrarien eigentlich nur der Dekoration, als Substrat für Pflanzen und zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Aber auch andere Substrate wie z.B. Blumenerde oder Torf eignen sich gut.

Fütterung

Der Große Madagaskar-Taggecko ist eigentlich nicht besonders wählerisch. Verfüttert werden z.B. Heuschrecken, Grillen, Mehlwürmer, Zophobas, Wachsmaden, Schnecken etc. Jungtiere fressen auch Drosophila. Große Exemplare fressen zusätzlich große Schabenarten und Mäuse. SCHMIDT (1998) beobachtete, dass Ohrwürmer, Wachsmotten und Spinnen besonders gern gefressen wurden. HALLMANN (HALLMANN et al. 2008) berichtet, dass auch die eigenen Eier gefressen werden. Hierbei wurden den Weibchen versuchsweise ihre 12 Stunden zuvor abgelegten Eier an geboten. Diese wurden gierig verschlungen. HALLMANN vermutet, dass die eigenen Eier nur nicht gefressen werden, wenn sie am Ablageort lokalisiert sind. Gern angenommen wird auch süßes Futter wie z.B. Babybreie, Honig, Fruchtjoghurt, Weintrauben und Marmelade. Eine sehr ausführliche Auflistung von Futter, welches an Taggeckos verfüttert werden kann, findet man bei HALLMANN (2002). Nachfolgend wird noch die Zusammensetzung vom sog. “Kober’schen Geckohonig” beschrieben, den man dem Autor zufolge bis zu zweimal die Woche für drei Stunden anbieten kann: “In ein Glas nicht zu festen Honigs werden zwei Esslöffel Kalziumzitrat, zwei Esslöffel “Day Gecko Food” von Zoo Med sowie drei Esslöffel Multisanostol eingerührt..... Die Mischung wird im Kühlschrank 2 - 3 Monate gelagert. Portioniert eingefroren kann sie 1 - 2 Jahre lang verwendet werden.
Meiner Erfahrung nach werden auch einfach zerquetschte Bananen, denen man Kalzium und Vitamine unterrühren kann von Taggeckos gerne angenommen. Zur Ausreichenden Versorgung mit Kalzium kann man zusätzlich ein Schälchen mit pulverisierter Sepiaschale oder Taubengrit ins Terrarium stellen. Auch die klassischen Supplemente wie Nekton Rep, Herpetal oder Korvimin eignen sich selbstverständlich sehr gut. SCHMIDT (1998) erwähnt außerdem Osspulvit® und Multibionta®. SCHRÖER (1998) berichtet, dass er die leeren Eischalen der geschlüpften Jungtiere wieder an die Ablagestelle im Terrarium der Elterntiere zurücklegt, wo sie von den Weibchen gierig aufgefressen werden.
Jungtiere werden täglich gefüttert und die Adulti 2-3 mal in der Woche. Wasser wird von den Blättern geleckt.

Zucht

Phelsuma grandisDie Fortpflanzungszeit erstreckt sich unter Terrarienbedingungen von April bis Oktober. In freier Wildbahn dauert sie von November bis Mai. Die Fortpflanzung erfolgt ganz nach Phelsumenmanier. Das Männchen nähert sich dem Weibchen unter zuckenden Bewegungen und Herausstrecken der Zunge. Ist das Weibchen paarungswillig, verbeißt sich das Männchen seitlich in ihren Nacken und es kommt zu Kopulation. Drei bis vier Wochen nach der Paarung legt das Weibchen meistens zwei Eier. Dabei formt es mit den Hinterfüßen eine Art Korb, in den die Eier reingelegt werden. Die Eier werden hintereinander gelegt und so aneinander presst, dass sie nach der Aushärtung zusammenkleben. Das Weibchen kann 1-2 Stunden in dieser Position verharren, bis die Eier ausgehärtet sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Phelsumen werden die Eier ähnlich wie bei Phelsuma laticauda nicht an ein Substrat angeklebt, sondern lose im Terrarium versteckt. Die Eier sind ca 13 - 15 mm groß und wiegen etwa 2,5 g pro Stück. Ein Weibchen kann in einer Saison im Abstand von 28 - 35 Tagen insgesamt 12 - 14 Eier legen (KOBER 2004). HALLMANN et al. (2008) sprechen von einer Eiablage alle 23-25 Tage, wobei es Weibchen geben soll, die das ganze Jahr über Eier legen. Die Inkubation erfolgt bei 24-30 °C. KOBER (2006) empfiehlt eine Inkubation mit Nachtabsenkung der Temperaturen auf 18-22 °C. Kurzfristig werden auch Temperaturen von unter 15 °C vertragen. Ähnlich wie HALLMAN et al. (2008) berichtet KOBER, dass bei schwankenden Temperaturen mit kühleren Phasen die kräftigsten Jungtiere erzielt werden. Die Geschlechter sind von der Temperatur abhängig. So schlüpfen bei Temperaturen über 31 °C vornehmlich Männchen, während bei unter 25 °C hauptsächlich mit Weibchen zu rechnen ist. Nach Meinung von GERHARDT (2002) sind 27 °C ideal, da man so ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis erzielt. Weiterhin erwähnt GERHARDT, dass offensichtlich auch der Luftdruck oder andere Faktoren einen Einfluss auf das Geschlechterverhältnis haben, da in heissen, trockenen und hellen Sommern bei gleicher Temperatur 90 % Männchen schlüpfen, während in verregneten, kühlen und dunklen Sommern zu 95 % Weibchen schlüpfen.

Inkubationstemp.

Inkubationszeit

Größe

Gewicht

GERHARDT (2002)

24 °C
27 °C
30 °C

85 Tage
70 Tage
60 Tage

k.A.

k.A.

KOBER (2006)

28-29 °C

52-58 Tage

50-65 mm

k.A.

SCHRÖER (1998)

26-30 °C
mit Nachtabsenkung auf 22-24 °C

60-90 Tage

bis 70 m

k.A.

HALLMANN et al. (2008)

konstant 25 °C
konstant 30 °C
15-25 °C
12-20 °C
10-25 °C

60-65 Tage
50-52 Tage
102-103 Tage
112-114 Tage
120-121 Tage

65 mm

k.A.

Tabelle: Inkubationsdaten aus der Literatur.

Phelsuma grandisDie Eier können bei guten Bedingungen bis zum Schlupf bei den Eltern im Terrarium belassen werden. Sie sollten jedoch mit einem kleinen Käfig vor den Elterntieren geschützt werden, da auch Jungtiere zum Nahrungsspektrum von Taggeckos gehören. Idealerweise überführt man die Eier jedoch in einen Inkubator. Als Brutsubstrat eignen sich unterschiedliche Materialien. So berichtet SCHRÖER (1998) über die Inkubation auf Fließpapier. Aber auch über die Verwendung von Sand, Vermiculit, Perlit, Torf und Schaumstoff wurde berichtet. Die erste Häutung findet innerhalb der ersten Stunden nach dem Schlupf statt. Die Jungtiere sind etwas anders gefärbt als die Adulti. Man findet bei ihnen z.B. dunkle Ringe am Schwanz sowie helle rundliche Flecken im Bereich der Flanken und Extremitäten. Die Jungtierfärbung verliert sich etwa in einem Alter von 10 Monaten. Die Aufzucht der Jungtiere kann bis zum semiadulten Stadium in größeren Gruppen erfolgen (GERHARDT 2002). KOBER (2006) erwähnt, dass die Männchen ab einem Alter von 6-9 Monaten beginnen, sich aggressiv gegenüber anderen Männchen zu verhalten und rät dazu, dass der Altersunterschied bei der Gruppenhaltung nicht größer als 4-6 Wochen sein sollte. Bei entsprechender Fütterung wachsen die Tiere ca. 3 cm pro Jahr (KRÜGER 1996b) und können nach sechs Monaten 20 cm groß sein (KOBER 2006). Im Alter von ca. 12-18 Monaten werden die Tiere geschlechtsreif (KOBER 2004, KRÜGER 1996b).

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Literatur

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