Kongo-Rosenkäfer

Pachnoda marginata peregrina

 

Das Epitheton ist ein adjektivisiertes Substantiv und kommt vom lateinischen Wort margina = Rand. Übersetzt bedeutet es also “berandet” und bezieht sich auf den mit einem gelben Rand versehenen Körper dieser Käfer.

Ich gebe aktuell Rosenkäferlarven ab. Nähere Infos in der Rubrik “Abzugeben”!

 

Beschreibung

Der Kongo-Rosenkäfer (ehemals Pachnoda butana) ist in deutschen Terrarien weit verbreitet. Pachnoda marginataSeine Beliebtheit beruht nicht nur auf seinem hübschen Äußeren sondern auch auf der leichten und wegen der recht kurzen Entwicklungszeit von 11 Wochen recht produktiven Zucht, was ihn zu einem wichtigen Futtertier in der Terraristik macht.
Pachnoda marginata erreicht eine Körperlänge von etwa 25 mm. Von oben betrachtet sind die Käfer ca. 15 mm breit und haben eine Dicke von fast 1cm. Erfahrungsgemäß sind Männchen etwas größer als Weibchen. Das Halsschild der Tiere ist rotbraun und wird von einem gelben Rand umgeben. Am proximalen Ende der Deckflügel befindet sich ein breites rotbraunes Band, welches weit über die Mitte der Flügel reicht. Am hinteren Teil der Flügel findet man einen weiteren rotbraunen Fleck. Die Deckflügel sind in den seitlichen und am hinteren Anteil ebenfalls gelb umrandet. Die Unterseite ist glänzend schwarz.
Die Käfer können einem einen richtigen Schreck einjagen, wenn sie unter lautem Brummen losfliegen. Erstes Anzeichen für einen geplanten Abflug ist das Pumpen. 

Männchen leben 2 und Weibchen bis zu 5 Monate (abhängig von der Temperatur: bei niedrigen Temperaturen leben die Käfer länger)

Geschlechtsunterschiede

VonPachnoda marginata Männchen unten betrachtet haben männliche Käfer eine Rinne am Abdomen, Pachnoda marginata Weibchendie längs zum Körper verläuft (Bild links). Bei Weibchen ist das Abdomen einfach nur glatt (Bild rechts). FRIEDRICH & VOLLAND (1998) erwähnen noch die Fühler, die bei Männchen aus 7 und bei Weibchen aus 5 Lamellen bestehen.

 

 

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Pachnoda marginata peregrinaAls Behälter eignen sich sehr gut die Flaj-Plastikbehälter von Ikea. Mit Deckel zusammen kosten sie kaum 2 Euro und sind sehr gut zu verarbeiten. In den Deckel schneidet man ein Loch in Größe einer CD-Hülle. Auf dieses Loch klebt man dann Fliegengaze. In vielen Websites wird erwähnt, dass man die Gaze in das Plastik einschmilzt. Ich klebe sie einfach mit einer Heißklebepistole an. So behandelte Behälter funktionieren auch nach über 7 Jahren einwandfrei. In die Gaze bohre ich zwei so große Löcher, dass die Elektrokabel für die Halogenbeleuchtung durchpassen. Den Kabelbaum für die Beleuchtung erhält man sehr günstig bei Conrad Elektronik (ich glaube, ich habe so etwa 1,95 Euro für einen 5er Kabelbaum bezahlt, ein 3er Baum kostet um die 1,50 Euro). Als Beleuchtung dient eine 10 oder 20W Halogenbirne.

Temperatur

Pachnoda marginata peregrinaSowohl Käfer als auch Larven sind recht widerstandsfähig gegen kühle Witterung. Allerdings kann man dann keine produktive Zucht erwarten. Unter 20 °C finden nach meiner Beobachtung keine Paarungen mehr statt. Ideal sind Lufttemperaturen um 26-28 °C. Unter der Lampe können auch Werte um 35 -40 °C erreicht werden. Die Käfer versammeln sich geradezu unter diesen Spots und sonnen sich. Offensichtlich tanken sie so Energie, denn nach dem Sonnen pumpen sie sich meist auf und fliegen durch das Becken. Eine Heizmatte, wie sie von FRIEDRICH & VOLLAND (l.c.) zum Beheizen des Bodens empfohlen wird, verwende ich nicht und halte einen Einsatz sogar für kontraproduktiv, da das Substrat in kleinen Behältern sehr schnell austrocknet. Außerdem werden im Bereich über der Heizmatte Temperaturen von über 40 °C erreicht, was zum Absterben der Eier führt.

Einrichtung

Pachnoda marginata peregrinaAls Bodengrund verwendet man Erde. Am besten eignet sich Walderde oder Komposterde, die natürlich nicht jeder hat, deshalb kann man auch normale ungedüngte Blumenerde verwenden. Der Nachteil von Erde, die man der Natur entnimmt, ist, dass man sich auch Unmengen von Kleinstlebewesen einschleppt. Ein Dämpfen des Substrates kann nützlich sein. FRIEDRICH & VOLLAND (l.c.) geben 130 °C für 15 Minuten an. Im oben genannten Behältnis wird das Substrat 10-15 cm hoch eingefüllt. Für die Larven mischt man als Futter zerkleinertes  weißfaules Holz unter. Die Erde darf nie austrocknen und auch nicht zu nass sein. Täglich nimmt man etwas Substrat in die Hand und kontrolliert die Feuchtigkeit. Kletteräste für die Käfer vervollständigen die Einrichtung.

Futter

Pachnpda marginata peregrina beim FressenKäfer und Larven ernähren sich unterschiedlich. Obwohl beide auch jeweils vom Futter des anderen fressen, ernähren sich die Käfer hauptsächlich von süßen Früchten und Blüten. Hier eignen sich Orangenscheiben, Äpfel, Birnen, Mangos, Weintrauben, Pfirsiche, Bananen, Melonen etc. An Blüten und Blättern verfüttert man z.B. Rosenblüten und -blätter und Brombeerblätter. Das von FRIEDRICH & VOLLAND (l.c.) erwähnte Wachsmottenfutter wird meiner Meinung nach eher von den Larven bevorzugt. Ich verfüttere zusätzlich noch Fruchtjoghurt, der von den Käfern gerne angenommen wird. Man reicht den Joghurt entweder in einer Schale, oder schmiert ihn auf ein Stück Obst. Ideal ist natürlich Beetle Jelly, das gerne gefressen wird. Man kann das Futter kaufen oder auch sehr günstig selbst herstellen. Eine Anleitung dazu findet man hier. Die Larven lassen sich sehr gut mit Erbsen und grünen Bohnen aus der Dose füttern. Gerne werden auch Kükenaufzuchtfutter oder Kanninchenpellets angenommen. Am besten ist es, wenn man frisches Futter immer an einer bestimmten Stelle eingräbt und diese regelmäßig kontrolliert, um faulendes Futter zu entfernen. Weißfaules Holz von Laubbäumen wie z.B. Buchen, Linden, Eichen und Kastanien kann zusätzlich in das Substrat gemischt werden. Erfahrungsgemäß brauchen die Larven von Pachnoda marginata peregrina jedoch kein weißfaules Holz zum Überleben. Das Holz sucht man sich selbst im Wald. Wichtig ist der hohe Zersetzungsgrad. Ideal ist dieser, wenn das Holz in der Hand zerbröselt. Außerdem werden kleine Äste und Laub angeboten.

Zucht

Pachnoda marginata peregrinaDie Zucht ist einfach. Hat man ein Pärchen zusammengesetzt, kann man schon bald die ersten Paarungen beobachten. Dabei steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und wischt mit den Vorderbeinen immer wieder auf dem Halsschild des Weibchens, was zugegebenermaßen recht putzig aussieht. Weibchen legen teilweise mehr als 70 Eier in ihrem Leben. Die Eier sind weiß und haben einen Durchmesser von etwa 1,5-2 mm. Hält man die Käfer in einem durchsichtigen Plastikbehälter wie oben beschrieben, braucht man ihn nur hochzuheben und man kann am Boden des Beckens die Eier sehen. Je nach Temperatur schlüpfen die 3 mm großen Larven nach etwa 2 Wochen. Sie sind schmutzigweiß und besitzen einige wenige Haare. Entnimmt man die Larven und legt sie auf eine flache Ebene, drehen sie sich auf den Rücken und robben davon. Nach knapp 2 Monaten können sie schon 5 cm lang und fingerdick sein. Die Kauwerkzeuge sind sehr stark und können auch den Pfleger empfindlich beißen. Einige Reptilienhalter empfehlen, den Kopf der Larven vor der Verfütterung zu zerquetschen, damit sie im Verdauungstrakt der Terrarientiere keinen Schaden anrichten können. Dazu hält man die Larve mit einer Pinzette am Kopf fest. Wenn die Echse in das hintere Ende der Larve beisst, drückt man schnell und beherzt mit der Pinzette zu und lässt los. Bei großen Terrarientieren, die ihre Beute kräftig kauen und nicht sofort runterschlingen, ist diese Maßnahme nicht erforderlich (z.B. Warane aber auch Ritteranolis). Die Larven bauen sich sich nach etwa 2 Monaten einen eiförmigen Kokon aus Erde und verpuppen sich darin. FRIEDRICH & VOLLAND (l.c.) geben eine Puppenruhe von 10 Tagen und ein weiteres Verharren des Käfers im Kokon für drei Tage an. Nach meinen Beobachtungen schlüpfen die Käfer frühestens erst nach etwa 3 Wochen, eher nach einem Monat.

Probleme bei der HaltungMilbenbefall bei Pachnoda marginata

Das größte Problem bei der Haltung ist ein ständig drohender Milbenbefall. Die Milben heften sich meist an die Unterseite der Käfer, scheinen diese jedoch nur als Transportmöglichkeit zu nutzen. Milbenbefall lässt sich nur durch konsequentes Entfernen von Futterresten und Verhindern von zu hoher Feuchtigkeit umgehen. Ein weiteres Problem sind Buckelfliegen. Dabei handelt es sich um gräulich-braune Fliegen von der Größe von Fruchtfliegen, die sich ruckweise und sehr schnell bewegen. Sie legen ihre Eier entweder auf Larven oder auf Kokons ab. Jedenfalls werden die Larven innerhalb des Kokons aufgefressen. Die sich entwickelnden Fliegen sind dann im Kokon gefangen, bis man ihn zerstört, weil man nachsehen will, warum der Käfer nicht schlüpft.

 

 

Die Gattung Pachnoda

Produktempfehlungen

Pachnoda aemula
Pachnoda aemula

Futtertierzucht

Der Klassiker über die Zucht von Futterinsekten von VOLLAND & FRIEDRICH

Nekton MSA

Ideal zum Einmischen in das Beetle Jelly zur Anreicherung mit Kalzium und Vitamin D

Werbung

Blaptica dubia (Argentinische Waldschabe)
Blaptica dubia

Herstellung von Beetle Jelly
Beetle Jelly 01_Piktogramm

Literatur

BRUINS, E. : Terrarien Enzyklopädie. - Karl Müller Verlag, 320 S.

FRIEDRICH, U. & W. VOLLAND (1998): Futtertierzucht. - Verlag Eugen Ulmer, 187 S.

 

 

Google
Web Biotropics.com