Gelber Rosenkäfer

Pachnoda aemula (BOURGOIN, 1919)

 

Ich gebe aktuell Rosenkäferlarven ab. Nähere Infos in der Rubrik “Abzugeben”!

 

Beschreibung

Pachnoda aemulaDer Gelbe Rosenkäfer (Pachnoda aemula) ist in Deutschlands Terrarienwelt nicht so weit verbreitet, wie sein sehr berühmter Verwandter Pachnoda marginata peregrina. Dabei handelt es sich um sehr hübsche Käfer, die zwar nicht unbedingt so farbenfroh sind wie Pachnoda marginata peregrina, aber sie sind ebenfalls sehr leicht zu halten und fast ebenso produktiv, womit sie auch für die Futtertierzucht von Interesse sein könnten.
Pachnoda aemula wird nicht ganz so groß wie der Kongo-Rosenkäfer und erreicht eine Körperlänge von bis zu 25 mm. Insbesondere in der Breite erreichen sie nicht die gleichen Maße und wirken deutlich schmaler als Pachnoda marginata.  Auch bei dieser Art sind die Männchen etwas größer als die Weibchen. Der Halsschild der Tiere ist braun mit gelbem Rand und weist für gewöhnlich drei in einem Dreieck angeordnete gelbe Punkte auf. Die Deckflügel sind gelb mit drei größtenteils unregelmäßigen braunen Querbalken, die im Zentrum des Körpers miteinander verbunden sind. Häufig findet man außerdem gelbe Kreise innerhalb dieser braunen Querstreifen. An hinteren Ende der Deckflügel und am Ende zum Kopfschild hin sieht man jeweils einen braunen Punkt. Die Unterseite ist gelb bis rötlich.
Auch der gelbe Rosenkäfer kann gut fliegen und insbesondere Tiere, die sich unter der Lampe aufgewärmt haben, fliegen unter lautem Brummen los.

Pachnoda aemulaMännchen leben mehr als 2 und Weibchen bis zu 5 Monate (abhängig von der Temperatur: bei niedrigen Temperaturen leben die Käfer länger)

Geschlechtsunterschiede

Von unten betrachtet haben männliche Käfer eine sehr flache und nur schlecht sichtbare Rinne am Abdomen, die längs zum Körper verläuft. Glücklicherweise ist diese Rinne bräunlich gefärbt, so dass die Unterscheidung der Geschlechter für gewöhnlich keine großen Probleme bereitet. Bei Weibchen ist das Abdomen einfach nur glatt ohne braunen Streifen. Männchen werden normalerweise größer als die Weibchen.

 

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Als Behälter eignen sich sehr gut Klarsicht-Plastikbehälter von Ikea oder aus dem Baumarkt. In den Deckel schneidet man ein Loch hinein und klebt dieses mit Fliegengaze zu. In vielen Websites wird erwähnt, dass man die Gaze in das Plastik einschmilzt. Ich klebe sie einfach mit einer Heißklebepistole an. So behandelte Behälter funktionieren auch nach über 10 Jahren einwandfrei. In die Gaze bohre ich zwei so große Löcher, dass die Elektrokabel für die Halogenbeleuchtung durchpassen. Den Kabelbaum für die Beleuchtung habe ich damals sehr günstig bei Conrad Elektronik gekauft. Als Beleuchtung dient eine 10 oder 20 W Halogenbirne.

Temperatur

Sowohl Käfer als auch Larven sind recht widerstandsfähig gegen kühle Witterung. Allerdings kann man dann keine produktive Zucht erwarten. Unter 20 °C finden nach meiner Beobachtung keine Paarungen mehr statt. Ideal sind Lufttemperaturen um 26-28 °C. Unter der Lampe können auch Werte um 35 -40 °C erreicht werden. Die Käfer versammeln sich geradezu unter diesen Spots und sonnen sich. Offensichtlich tanken sie so Energie, denn nach dem Sonnen pumpen sie sich meist auf und fliegen durch das Becken. Erfahrungsgemäß werden die Larven jedoch größer, wenn man sie bei etwa Zimmertemperatur hält. Die Entwicklungszeit verlängert sich jedoch dadurch wesentlich. Eine Heizmatte sollte nicht verwendet werden.

Einrichtung

Pachnoda aemulaAls Bodengrund verwendet man Erde. Am besten eignet sich Laubwaldhumus oder Komposterde, die natürlich nicht jeder hat, deshalb kann man auch normale ungedüngte Blumenerde verwenden. Der Nachteil von Erde, die man der Natur entnimmt, ist, dass man sich auch Unmengen von Kleinstlebewesen einschleppt. Ein Dämpfen des Substrates kann nützlich sein. FRIEDRICH & VOLLAND (1998) geben 130 °C für 15 Minuten an. Im oben genannten Behältnis wird das Substrat 10-15 cm hoch eingefüllt. Für die Larven mischt man als Futter zerkleinertes  weißfaules Holz und getrocknetes Laub unter. Die Erde darf nie austrocknen und auch nicht zu nass sein. Täglich nimmt man etwas Substrat in die Hand und kontrolliert die Feuchtigkeit. Kletteräste für die Käfer vervollständigen die Einrichtung.

Futter

Käfer und Larven ernähren sich unterschiedlich. Obwohl beide auch jeweils vom Futter des anderen fressen, ernähren sich die Käfer hauptsächlich von süßen Früchten und Blüten. Hier eignen sich Orangenscheiben, Äpfel, Birnen, Mangos, Weintrauben, Pfirsiche, Bananen, Melonen etc. An Blüten und Blättern verfüttert man z.B. Rosenblüten und -blätter und Brombeerblätter. Ich verfüttere zusätzlich noch Fruchtjoghurt, der von den Käfern gerne angenommen wird. Man reicht den Joghurt entweder in einer Schale, oder schmiert ihn auf ein Stück Obst. Ideal ist natürlich Beetle Jelly, das gerne gefressen wird. Man kann das Futter kaufen oder auch sehr günstig selbst herstellen. Eine Anleitung dazu findet man hier. Die Larven lassen sich sehr gut mit Erbsen und grünen Bohnen aus der Dose füttern. Gerne werden auch Kükenaufzuchtfutter oder Kanninchenpellets angenommen. Am besten ist es, wenn man frisches Futter immer an einer bestimmten Stelle eingräbt und diese regelmäßig kontrolliert, um faulendes Futter zu entfernen. Weißfaules Holz von Laubbäumen wie z.B. Buchen, Linden, Eichen und Kastanien kann zusätzlich in das Substrat gemischt werden. Erfahrungsgemäß brauchen die Larven von Pachnoda aemula jedoch kein weißfaules Holz zum Überleben. Das Holz sucht man sich selbst im Wald. Wichtig ist der hohe Zersetzungsgrad. Ideal ist dieser, wenn das Holz in der Hand zerbröselt. Außerdem werden kleine Äste und Laub angeboten.

Zucht

Die Zucht ist einfach. Hat man ein Pärchen zusammengesetzt, kann man schon bald die ersten Paarungen beobachten. Dabei steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens. Obwohl ich keine genaueren Untersuchungen gemacht habe, habe ich das Gefühl, dass Pachnoda aemula nicht so produktiv ist wie Pachnoda marginata peregrina. Vermutlich werden weniger als 70 Eier im Leben eines Weibchen gelegt. Die Eier sind weiß und haben einen Durchmesser von etwa 1,5-2 mm. Hält man die Käfer in einem durchsichtigen Plastikbehälter wie oben beschrieben, braucht man ihn nur hochzuheben und man kann am Boden des Beckens die Eier sehen. Je nach Temperatur schlüpfen die 3 mm großen Larven nach etwa 2 Wochen. Sie sind schmutzigweiß und besitzen einige wenige Haare. Entnimmt man die Larven und legt sie auf eine flache Ebene, drehen sie sich auf den Rücken und robben davon. Nach knapp 2 Monaten können sie schon 5 cm lang und fingerdick sein und bleiben nur unwesentlich kleiner als die Larven des Kongo-Rosenkäfers. Die Kauwerkzeuge sind sehr stark und können auch den Pfleger empfindlich beißen. Die Larven bauen sich sich abhängig von der Temperatur nach etwa 2 Monaten einen eiförmigen Kokon aus Erde und verpuppen sich darin. Die Puppenruhe dauert etwa ca. 3-4 Wochen. Die fertigen Käfer verharren bis zu etwa einer Woche in ihrem Kokon.

Probleme bei der Haltung

Der Gelbe Rosenkäfer lässt sich eigentlich sehr leicht halten und züchten und kann auch Anfängern empfohlen werden. Auch bei dieser Art kann es bei zu feuchter Haltung zu den typischen Problemen wie Auftreten von Milben oder Buckelfliegen kommen. Währen die Milben einfach nur lästig sind, können die Buckelfliegen ganze Zuchten zerstören, da sie ihre Eier auf die Larven legen können, welche diese dann während der Verpuppung in ihrem Kokon auffressen.

 

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Literatur

FRIEDRICH, U. & W. VOLLAND (1998): Futtertierzucht. - Verlag Eugen Ulmer, 187 S.

 

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