Grammostola grossa

(AUSSERER, 1871)

 

Schutzstatus

Nicht geschützt

Schwierigkeitsgrad

Niedrig. Diese Art gilt als “Anfängerspinne”.

Preiskategorie

Mittel. Adulte Exemplare kann man für unter 40 € kaufen. Für Spiderlinge bezahlt man für gewöhnlich etwa einen Euro.

 

Beschreibung

Grammostola grossaDiese Art wurde 1871 von AUSSERER klassifiziert; sie zählt zu den größten Vogelspinnen der Erde. Sie hat eine bewegte Nomenklatur hinter sich, genannt sei nur die letzte Etappe: SCHMIDT veranlasste die Zusammenlegung von Grammostola pulchripes und Tapinauchenius grossus zu Grammostola grossa. Die Grundfärbung beider Geschlechter ist braun bis fast schwarz, die längeren Haare des Hinterleibs und der Beine hellbraun. Jungtiere erinnern in ihrem Aussehen etwas an Brachypelma albopilosum, jedoch sind die Haare nicht gebogen bzw. gekräuselt. Typisch für die Gattung ist der silberne, apfelförmige Spiegel von Brennhaaren auf dem Abdomen. Er weist Grammostola grossa als Bombardierspinne aus. Die Tiere sind für ihre hohe Lebenserwartung bekannt: Weibchen sollen bis zu 25 Jahre alt werden – fast so alt wie der m.E. derzeitige Rekordhalter Brachypelma smithi (30 Jahre!). Da wird so mancher Säuger neidisch. Weibchen der Art können laut KOTHE (2003) 11 cm Körperlänge und 25 cm Beinspannweite erreichen. KLAAS (1989) spricht sogar von einer Spannweite von 28 cm. Mit zunehmendem Alter werden sie – wie ein guter Wein – erst richtig prächtig: alte Exemplare schimmern laut KLAAS moosgrün.

Verbreitung

Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien. Bodenbewohner. Fundorte waren hauptsächlich Trockensavannen.

Verhalten

Kein großer Höhlenbauer, bodenbewohnend. Sucht sich einen Ansitz oder Sonnenplatz und läuft gerne durchs Terrarium – erfreulicherweise völlig tagaktiv. Friedlicher Charakter und dadurch sehr gut für Anfänger geeignet. Bombardierspinne.

Haltung im Terrarium

Eigene Erfahrung

Ich habe mein subadultes Weibchen auf der 18. Terraristika Hamm erhalten. Der Händler kannte keinerlei Berührungsängste und Griff mit der hohlen Hand nacheinander drei Tiere aus ihren Grillenboxen. Ich wollte aus Platzmangel nur ein Weibchen, und bei dem dritten Tier hatte ich Glück. Das Handling beweist die Friedlichkeit der Art – zumindest als subadulte Tiere. Grammostola grossa vereint in meinen Augen viele exzellente Charakteristika, deren Zusammenspiel sie über kurz oder lang zu einem echten und heiß begehrten Klassiker machen wird. Sie wird sehr groß, ist aber anders als bspw. Theraphosa blondi oder Lasiodora parahybana friedlich (nur auf ihre Beute stürzt sie sich mit einem sehr schnellen Sprung), sehr alt und begleitet ihren Pfleger damit (hoffentlich) ein langes Stück seines Lebens, ist absolut tagaktiv und sonnt sich regelrecht, ist robust und schimmert im Alter grünlich. Ansonsten keine Farbenpracht, aber bei dem Leistungsportfolio – wenn schert´s?

Terrarium

Großterrarium für Bodenbewohner von mind. 60 x30 x 35 cm. KLAAS (1989) erwähnt sogar 60 x 40 x 40 cm. Hierzu eignet sich bspw. ein kleineres Aquarium, das man mit einem Deckel aus Metallgaze verschließt. An ihm können bequem die Halogenspots befestigt werden. Die Größe der Belüftungsfläche stellt kein Problem bezüglich der Luftfeuchtigkeit da: die Art entstammt Trockensavannen und braucht es nicht besonders feucht. Laut KLAAS (1989) wird das Austrocknen der Einrichtung über mehrere Wochen problemlos ausgehalten. Zudem ist die Bodenfeuchtigkeit im Versteck ausschlaggebend.

Licht

Zwei 35 Watt Halogenspots im Terrarium liefern künstliche Sonneninseln mit lokaler Wärme von annähernd 30° C. Diese Art genießt es, sich in ihnen zu wärmen. Gern wird auch ein glatter schwarzer Stein von entsprechender Größe unter diesen Spots als Ansitz angenommen. So nutzen die Spinnen die gespeicherte Lichtenergie.

Temperatur

Tag 23-27° C, lokal bis 32° C (Spot), Nachts 18-20° C. Laut KLAAS (1997) können im Winter die Temperaturen im Biotop auf 5-10 °C absinken.

Luftfeuchtigkeit

65-75% (KOTHE 2003).

Bodengrund

Blumenerde, Lauberde oder feiner Kokoshumus (nicht der grobfaserige). Wie bei jeder Vogelspinne gut festdrücken – die Tiere werden laut KLAAS unsicher, wenn ihre Tarsen im Boden einsinken. KOTHE (2003) empfiehlt die 5-10 cm hohe Bodenschicht mit Moos und Eichenlaub zu bedecken.

Einrichtung

Nötig ist ein Trinknapf von 12-15 cm Durchmesser (Blumenuntersetzer, glasierter Ton), in dem ein Stückchen Korkrinde als Rettungsring für Futtertiere schwimmt. KLAAS (1989) erwähnt als künstliche Wohnhöhle die handelsüblichen Nistkästen für Wellensittiche.

Fütterung

Heimchen und Grillen, Heuschrecken, Schaben, gelegentlich (!) für adulte Exemplare eine Nacktmaus. Die Art ist genügsam. Spiderlinge erhalten Mikrogrillen.

Zucht

Keine eigene Erfahrung. KLAAS (1989) erwähnt, dass die Jungtiere bereits nach 3 Wochen aus dem Kokon schlüpfen.

 

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Literatur

KLAAS, P. (1989): Vogelspinnen im Terrarium. - Natur und TierVerlag, Münster, 148 S.

KLAAS, P. (1997): Vogelspinnen. - Natur und TierVerlag, Münster, REPTILIA Nr. 4, 17-22.

KOTHE, H. W. (2003): Vogelspinnen. - Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 122 S.

PETERS, H.-J. (2000): Kleiner Atlas der Vogelspinnen, Band 1

WEBB, A. (2002): Vogelspinnen

 

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