Biotropics-Logo

TOKEH

Gekko gecko (LINNAEUS, 1758)

(Synonym: Tokee)

engl. Name: Tokay Gecko

 

Schutzstatus

kein Schutzstatus

Preiskategorie

Niedrig. Auf Börsen kann man Wildfänge schon für 10 Euro kaufen. Auch die Ladenpreise sind mit bis zu 25 Euro nicht hoch. Mittlerweile gibt es jedoch auch beim Tokeh Farbformen, die mehrere hundert Euro kosten können.

Schwierigkeitsgrad

Niedrig. Wenn man genügend Platz und Futter bieten kann, wird man kaum Schwierigkeiten mit der Haltung im Terrarium haben.

 

Beschreibung

Der Tokeh ist sicherlich neben dem Leopardgecko der bekannteste Gecko überhaupt. Es gibt wahrscheinlich kaum einen Terrarianer, der ein solches Tier nicht im Handel gesehen bzw. selbst gehalten hat.
Tokehs sind sehr bunte Tiere. Normalerweise haben sie eine graublaue Grundfarbe, auf der zahlreiche orangerote Tüpfel verstreut sind. Der Bauch ist weiß mit orangeroten Tüpfeln. Die Intensität der Farben hängt von Faktoren wie Stimmung, Temperatur und Licht ab. Weibliche Exemplare haben ähnlich wie Phelsumen die Fähigkeit Kalk in den endolymphatischen Taschen hinter dem Kopf zu speichern. GROSSMANN (1987) beschreibt einen vermutlichen Tokeh, dem die roten Tüpfel völlig fehlen und der eher ein Blau als Grundfarbe besitzt. Auch die Augen dieses Exemplares sind blaugrau statt bernsteingelb. GROSSMANN weist darauf hin, dass es sich auch um einen Bastard zwischen Gekko gecko und Gekko smithii handeln könnte.
Tokehs sind sehr wehrhaft und scheuen sich auch nicht zuzuschnappen, wenn sie in die Enge getrieben werden. Normalerweise reißen sie bei Bedrohung das Maul weit auf bevor sie zubeißen. Dann kann es sein, dass sie so schnell nicht wieder loslassen. An dieser Stelle sei ein Trick verraten, den man auch in anderen Fällen anwenden kann, wenn ein Pflegling nicht loslassen will: Man füllt das Waschbecken oder eine andere Wanne mit lauwarmem Wasser und steckt die Hand gemeinsam mit dem Tier unter Wasser. Normalerweise lassen die Tiere dann nach kurzer Zeit los, da sie sonst ersticken würden.
Der Tokeh dient als wichtiges “Arzneimittel” inder traditionellen chinesichen Medizin. PETERS (1997) zitiert folgende Passage zur pharmazeutischen Präparation: “Die inneren Organe werden entfernt, die Augen eingeschnitten und drainiert. Bambusstücke werden benutzt, um den Körper zu fixieren, dann wird der Gecko gebacken und trocken gelagert.” Die Echsen finden Verwendung bei Yang-Schwächen von Lungen und Nieren.

Tokehs gehören zu den Echsen, die sich sehr lautstark äußern können, wobei nur die Männchen dazu in der Lage sind. Sie können gackernde Rufe abgeben oder auch Rufe, die wie Gek-oo oder Tok-eh klingen. Adulte Exemplare können eine Gesamtlänge von über 37 cm erreichen, wobei die Hälfte auf den Schwanz fällt. KOBER (2002) berichtet sogar von Exemplaren mit über 40 cm Länge.

Eine Vergesellschaftung mit Gonocephalus chamaeleontinus, Basiliscus plumifrons, Gonocephalus bellii, Mochlus fernandi, Phelsuma madagascariensis grandis, Acanthosaura capra und Anolis equestris ist möglich. Von einer Vergesellschaftung mit Tarentola annularis rät KOBER (l. c.) jedoch ab, da sich die Geckos nicht vertragen. Gekko gecko kann über 20 Jahre alt werden.

Geschlechtsunterschiede

Die Präanalporen (prä = vor, anal = von Anus = After, also die Poren vor dem After) sind bei den Männchen deutlicher ausgeprägt, aber auch die Weibchen haben sichtbare Poren. An der Schwanzwurzel erkennt man bei Männchen die Hemipenistaschen. Männliche Tiere sind auch größer als die Weibchen.

Unterarten

  • Gekko gecko azhari MERTENS, 1955
  • Gekko gecko gecko (LINNAEUS, 1758)

Verbreitung

Asien (Indien, Bangladesh, Pakistan, Nepal, Burma) und fast ganz Südostasien (Indonesien, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Südchina, Philippinen vom nordöstlichen Indien bis nach Neuguinea. Es sind auch Tiere nach Florida und Hawaii verschleppt worden. Gekko gecko azhari kommt in Bangladesh vor.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

KOBER (l. c.) empfiehlt eine Mindestterrariengröße von 100 x 50 x 120 cm für ein adultes Pärchen. BRUINS empfiehlt 50 x 50 x 100 cm für ein Pärchen.In noch größeren Terrarien können sogar männliche Tiere miteinander vergesellschaftet werden. Wenn Tokehs nicht die Möglichkeit haben aus einem Zimmerfenster zu entkommen, kann man sie auch frei im Haus halten. In ihren Ursprungsländern sind sie häufiger in Häusern zu finden.

Temperatur

Bis 35°C tagsüber und 22-28°C nachts (KOBER 2002). Tagsüber 25-30°C und nachts 20-25°C (JES 1988)

Luftfeuchtigkeit

70-90%. 2 mal täglich wird gesprüht, da Tokehs Wasser von den Blättern der Pflanzen aufnehmen.

Buch-Tipp

zum Buch

In diesem Buch findet man im Prinzip alles, was man zum Einstieg braucht

Einrichtung

KOBER (l. c.) empfiehlt etliche glatte, mindestens armdicke, vorwiegend vertikale Kletteräste (z.B. entrindete Buchenäste und Bambus). Als Bepflanzung eignen sich strapazierfähige Pflanzen wie Bromeliaceen, Sansevierien, Platycerium und Dracaena-Arten. Weiterhin bietet man den Tieren Verstecke in Form von Korkröhren an. Ich habe meinen Geckos seinerzeit Vogelnistkästen angeboten, die sehr gern angenommen wurden. Jedem Tier sollten mehrere Verstecke zur Verfügung gestellt werden.

Fütterung

Tokehs fressen alles, was sie überwältigen können. Man kann ihnen auch ab und zu kleine Mäuse anbieten. Das Futter sollte regelmäßig mit einem Vitamin- und Kalkpräparat bestäubt werden. Man kann zusätzlich noch ein Schälchen mit Taubengrit aufstellen (KOBER l. c.).

Zucht

Nach KOBER (l. c.) wird der Zuchterfolg durch eine abwechslungsreiche und reichhaltige Ernährung begünstigt. Ein Hinweis auf bevorstehende Paarungen ist das regelmäßige Rufen der Männchen. Alle 5-6 Wochen können die Weibchen dann ein Doppelei legen, welches an die Dekoration geklebt wird. Bei einer Inkubationstemperatur von 28°C schlüpfen die Jungen nach 60-70 Tagen. Im Terrarium belassene Gelege werden von den Eltern bewacht. Meistens wird diese Aufgabe von den Männchen übernommen. Auch nach dem Schlupf werden die Jungtiere nicht von den Eltern gefressen. Nach einem halben Jahr können die anfangs 8-11cm großen Tiere schon 20 cm groß sein, mit einem Jahr können sie schon ihre Endgröße erreichen und Weibchen können mit 13-16 Monaten schon ihre ersten Gelege produzieren (KOBER 2002).

Diese Artikel könnten Sie interessieren:

Leopardgecko (Eublepharis macularius)
Goldstaubtaggecko (Phelsuma laticauda)
Kronengecko (Rhacodactylus ciliatus)

Literatur

BONETTI, M. (2002): 100 Sauri.- Mondadori (Milano), 192 S.

BOULENGER, G. A. (1894): On the herpetological fauna of Palawan and Balabac.- Ann. Mag. Nat. Hist. (6) 14: 81-90.

BOULENGER, G. A. (1897): List of the reptiles and batrachians collected by Mr. Alfred Everett in Lombok, Flores, Sumba and Saru, with descriptions of new species.- Ann. Mag. Nat. Hist. (6) 19: 503-509.

BROWN, R. F., J. W. FERNER, R. V. SISON, V. ROGELIO, P. C. GONZALES & R. S. KENNEDY (1996): Amphibians and reptiles of the Zambales Mountains of Luzon Island, Republic of the Phillipines.- Herpetological Natural History 4(1): 1-22.

BRUINS, E. : Terrarien Enzyklopädie.- Karl Müller Verlag.

CHANARD, T., W. GROSSMANN, A. GUMPRECHT & K. D. SCHULZ (1999): Amphibians and reptiles of the peninsular Malaysia and Thailand - an illustrated checklist.- Bushmaster Publications, Würselen, Germany, 240 S.

CONANT, R. & J. T. COLLINS (1991): A Field Guide to the Reptiles and Amphibians of Eastern/Central North America, 3rd ed.- Houghton Mifflin (Boston/New/York), 450 S.

COX, M. J., P. P. VAN DIJK, J. NABHITABHATA & K. THIRAKHUPT (1998): A Photographic Guide to Snakes and Other Reptiles of Peninsular Malaysia, Singapore and Thailand.- Ralph Curtis Publishing, 144 S.

DANIEL, J. C. (1983): The book of indian reptiles. - Bombay Natural History Society

DAS, I. (1999): Biogeography of the amphibians and reptiles of the Andaman and Nicobar Islands, India.- In: OTA, H. (ed) Tropical Island herpetofauna, Elsevier, 43-77.

DE ROOIJ, N. (1915): The Reptiles of the Indo-Australian Archipelago. I. Lacertilia, Chelonia, Emydosauria.- Leiden (E. J. Brill), 384 S.

DUMÉRIL, A. M. C. & G. BIBRON (1836): Erpetologie Générale ou Histoire Naturelle Complete des Reptiles. Vol. 3.- Libr. Encyclopédique Roret, Paris, 216 S.

FERNER, J. F., R. M. BROWN, R. V. SISON & R. S. KENNEDY (2001): The amphibians and reptiles of Panay Island, Philippines.- Asiatic Herpetological Research. 9: 34-70.

GAULKE, M. (1999): Die Herpetofauna von Calauit Island (Calamianes-Inseln, Provinz Palawan, Philippinen) (Amphibia et Reptilia). Faun. Abh. Saatl. Mus. Tierk. Dresden 21(19)

GIRARD, C. F. (1858): United States Exploring Expedition during the Years 1838, 1839, 1840, 1841, 1842, Under the command of Charles Wilkes, U.S.N. Vol.20. Herpetology.- C. Sherman & Son, Philadelphia, 492 S.

GROSSMANN, W. (1987): Über einen ungewöhnlich gefärbten Tokeh aus Thailand - ein Gekko gecko (LINNAEUS, 1758)?- SAURIA, Berlin, 9(4): 19-20.

GRZIMEK, B. (1980): Grzimeks Tierleben. Band 6: Kriechtiere.- Deutscher Taschenbuch Verlag, München.

HALLOWELL, E. (1857): Notes on the reptiles in the collection of the museum of the Academy of Natural Sciences.- Proc. Acad. Nat. Sci. Philadelphia, 8(4): 146-153.

HENDERSON, R. W., A. DELATTE & Z. J. McCARTHY (1993): Gekko gecko (Sauria: Gekkonidae) established on Martinique, French West Indies.- Carib. J. Sci. 29(1-2): 128-129.

HENKEL, F. J.; SCHMIDT, W. (1991): Geckos.- Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart.

HOUTTUYN, M. (1782): Het onderscheid der salamandren van de haagdissen in ‘t algemeen, en van de gekkos in ‘t byzonder aangetoond.- Venhandelingen Uitgegeven door het Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen te Vlissingen, ser. 1, 9: 305-336.

JES, H. (1988): Echsen als Terrarientiere.- Verlag Gräfe und Unzer, München, 72.

KAHL, B. P. GAUPP & G. SCHMIDT (1980): Das Terrarium.- Falken Verlag, Niedernhausen.

KARBE, B., D. KARBE & M. NIEHAUS-OSTERLOH (1991): Bunte Terrarienwelt - Die beliebtesten Amphibien und Reptilien.- Tetra-Verlag, 160 S.

KOBER, I. (2002): Tokehs im Terrarium: Besser als ihr Ruf.- Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA Nr. 36, 7(4): 43-49.

LAURENTI, J. N. (1768): Specimen medicum, exhibens synopsin reptilium emendatam cum experimentis circa venena et antidota reptilium austracorum, quod authoritate et consensu.- Vienna, Joan. Thomae, 217 S.

LINNAEUS, C. (1758): Systema Naturae.- 10th Edition: 204 S.

MANTHEY, U., W. GROSSMANN (1997): Amphibien & Reptilien Südostasiens. - Natur und Tier-Verlag, Münster.

McCOID, M. J. (1993): The “new” herpetofauna of Guam, Mariana Islands.- Herpetol. Rev. 24: 16-17.

McKEOWN, S. (1996): A Field Guide to the Reptiles and Amphibians in the Hawaiian Islands.- Diamond Head Publishing, Inc., Los Osos, CA,

MEANS, D. B. (1996): Geographic Distribution. Gekko gecko.- Herpetological Review 27(3): 152.

MERTENS, R. (1955): Über eine eigenartige Rasse des Tokehs (Gekko gecko) aus Ost-Pakistan.- Senck. biol., Frankfurt/M., 36(1/2): 21-24.

NIETZKE, G. (1980): Die Terrarientiere. Band 2.- Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart.

OBST, J., K. RICHTER & U. JACOB (1984): Lexikon der Terraristik und Herpetologie.- Landbuch Verlag Hannover.

OTA, H. (1989): A review of the geckos (Lacertilia: Reptilia) of the Ryukyu Archipelago and Taiwan.- in: MATUSI et al., eds; Current Herpetology in East Asia: Proceedings of the Second Japan-China Herpetological Symposium Kyoto, July 1988: 222-261.

PAUWELS, O. S. G. et al. (2000): Herpetological investigations in Phang-Nga Province, southern Peninsular Thailand, with a list of reptile species and notes on teir biology.- Dumerilia 4(2): 123-154.

PETERS, G. (1997): Das Yin und Yang im Gecko. Teil 1. - REPTILIA, Natur und Tier-Verlag, Münster, 2(4): 61-64.

ROGNER, M. (1992): Echsen.- Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart.

RÖSLER, H. (1995): Geckos der Welt - Alle Gattungen.- Urania Verlag, Leipzig-Jena-Berlin, 256 S.

RÖSLER, H. (2001): Studien am Tokeh: 1. Gekko gecko azhari MERTENS, 1955 (Sauria: Gekkonidae).- Gekkota 3: 33-46.

SEUFER, H. (1985): Geckos.- Albrecht Philler Verlag, Minden, 112 S.

SMITH, H. M. & A. J. KOHLER (1977): A survey of herpetological introductions in the United States and Canada.- Kansas Acad. of Sci., Trans. 80(1-2): 1-24.

TANG, Z., H. LI, T. YU, M. CHEN & C. HUANG (1995): Gekko gecko resources and its geographic distribution in Guangxi.- Acta Herpetologica Sinica 4/5: 139-145.

ZHAO, E. & K. ADLER (1993): Herpetology of China.- SSAR, Oxford/Ohio, 1-522.

ZIEGLER, T. (2002): Die Amphibien und Reptilien eines Tieflandfeuchtwald-Schutzgebietes in Vietnam.- Natur und Tier-Verlag, Münster, 342 S.

 

Google
Web Biotropics.com