Blutsaugeragame

Calotes versicolor (DAUDIN, 1802)

 

Das Epitheton “versicolor” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet verschiedenfarbig. Es bezieht sich auf die sehr variable Färbung dieser Echse.

 

engl.: Common Blood Sucker, Indian Tree Lizard, Garden Lizard

 

Schutzstatus

kein Schutzstatus

Preiskategorie

Niedrig. Auf Börsen und im Internet sind adulte Tiere schon für 12 Euro Euro zu haben. Der Nachteil ist, dass es sich fast immer um Wildfänge handelt. Bei dieser Art würde ich immer zu Nachzuchten raten, die leider sehr selten sind. Mit Wildfängen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Schwierigkeitsgrad

Mittel bis hoch. Wildfänge sind meistens krank und schwer am Leben zu halten. Häufig geraten sie bei Anwesenheit von Menschen in Panik und stoßen sich die Schnauze an der Terrarienscheibe wund. Hat sich ein Tier aber an die Terrarienbedingungen gewöhnt, ist die Haltung unproblematisch.

 

Beschreibung

Große Exemplare von Calotes versicolorCalotes versicolor können eine Gesamtlänge von knapp 50 cm erreichen. 2/3 der Länge entfallen auf den Schwanz. Ausserhalb der Paarungszeit sind die Tiere meistens schlicht braun gefärbt. Die Grundfarben können jedoch je nach Herkunftsort stark variieren. Meine Tiere stammen aus Pakistan. Wenn die Männchen ihre Prachtfärbung annehmen, ist der Kopf gelb bis orange gefärbt. Die Kehle wird fast rot und am seitlichen Hals, in etwa der Höhe des Ansatzes der Vorderbeine, sieht man schwarze Flecken. Ab ca. der Körpermitte bis zum Schwanz können die Tiere auch rötlich gefärbt sein. Die Extremitäten selber sind schwarz gefärbt. Calotes versicolor-Männchen besitzen einen Kehlsack, den sie bei der Paarung und bei Revierstreitigkeiten auffächern können. Dabei nicken sie meistens noch mit dem Kopf. Wildfänge stoßen sich an der Terrarienscheibe häufig die Schnauze wund. Dieses Verhalten wird auch von MANTHEY & SCHUSTER (1999) beschrieben.

Die Blutsaugeragame ist ein Kulturfolger und kommt sowohl auf steinigem Gelände als auch auf Bäumen und an Häusern vor. In Regenwäldern sind sie seltener zu finden. Mittlerweile kommen die meisten Importe von Calotes versicolor aus Pakistan. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten wie z.B. Anolis equestris ist möglich.

In Indien wird die Blutsaugeragame auch zu Medizin verarbeitet, die gegen verschiedene Atemwegserkrankungen helfen soll (HARIT 2001).

Geschlechtsunterschiede

Männchen haben einen gut sichtbaren Nackenkamm, der sich vom Nacken bis zur Schwanzwurzel erstreckt. Bei den Weibchen reicht dieser nur bis max. zur Hälfte des Rückens. Zur Paarungszeit sind die Männchen bunt gefärbt. Ein unsicheres Unterscheidungsmerkmal ist die verdickte Schwanzwurzel der Männchen.

Unterarten

  • · Calotes versicolor farooqi AUFFENBERG & REHMANN, 1995
  • · Calotes versicolor nigrigularis AUFFENBERG & REHMANN, 1993
  • · Calotes versicolor versicolor DAUDIN, 1802

Verbreitung

Die Blutsaugeragame hat ein riesiges Verbreitungsgebiet. Es erstreckt sich vom Iran bis nach Südchina. Die südlichsten Vorkommen sind auf den Malediven und auf Sumatra (MANTHEY & SCHUSTER 1999).

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Blutsaugeragamen sind sehr aktiv. Man sollte deshalb einem Pärchen ein Terrarium von ca. 140 x 60 x 100 cm bieten.

Calotes versicolorLicht

Meine Tiere sitzen gerne unter der wärmenden Lampe, deshalb sind mehrere eingeschaltet. Im Sommer brennen 14 Stunden täglich eine UV-Leuchtstoffröhre und ein normaler 60 W Spot. Ab 12 Uhr schaltet sich noch bis 17 Uhr eine 80 W HQL-Birne ein. Im Winter brennen nur die Leuchtstoffröhre und der Spot 10 Stunden täglich.

Temperatur

Die Temperatur ist abhängig vom Herkunftsland der Tiere, aber bei 25-30°C und lokalen Inseln mit ca. 45°C kann man nicht viel falsch machen. Nachts kann die Temperatur auf 17°C sinken. Meine Tiere vertragen im Winter auch ohne weiteres Nachttemperaturen von ca. 15°C. JANZEN (2005) beschreibt die Temperaturen an der Westküste Sri Lankas zu Weihnachten 2000 folgendermaßen: ”Durch den Wintermonsun war es relativ feucht. Die Temperatur betrug ab Mittag über 30 °C und fiel durch Regengüsse oder nachts nicht unter 27 °C, wobei die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 % schwankte, je nach Tageszeit und Auftreten von Regenschauern. Außerhalb der Regenzeit sind deutlich trockenere Werte zu erwarten.”

Luftfeuchtigkeit

Wie bereits erwähnt, kommen die Tiere selten in Regenwäldern vor, deshalb sind sehr hohe Luftfeuchtigkeiten nicht erforderlich. 60-70% reichen. Es sollte jedoch täglich gesprüht werden, um kurzzeitig eine Luftfeuchte von 90% zu erreichen. Am besten sprüht man abends.

Einrichtung

Calotes versicolor bewegt sich viel. Am besten richtet man das Terrarium mit einer Kletterwand und vielen Ästen ein, die sich aber nicht kreuzend berühren dürfen. Mein Weibchen hat sich an so einer Stelle den Schwanz eingeklemmt und ein Stück abgerissen. Einige Äste sollten sehr hoch im Terrarium eingebracht werden. Meistens sitzen die Echsen an erhöhten Stellen und beobachten die Umgebung. Als Bodengrund verwendet man Blumenerde, Torf oder Terrarienhumus. Pflanzen sollten nicht fehlen, da sich die Tiere gerne bei “Gefahr” verstecken.

Fütterung

Meine Blutsaugeragamen fressen so ziemlich alles. Bevorzugtes Futter sind jedoch Zophobas, Mehlwürmer und Wachsmaden.Gefüttert werden sie 2-3 x in der Woche.

Zucht

Da das Verbreitungsgebiet dieser Echse sehr groß ist, sollte man darauf achten, dass man Tiere aus dem selben Herkunftsort bekommt, da man sie sonst evtl. nicht zur gleichen Zeit paarungsbereit bekommt. Eine etwas trockenere und kühlere Haltung über 2-3 Monate ist sinnvoll. Danach erhöht man die Temperaturen wieder und besprüht das Terrarium häufiger, um eine Regenzeit zu simulieren. Calotes versicolor legt 1-25 Eier. Die Jungtiere können nach 9-12 Monaten geschlechtsreif werden.

 

Literatur

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