Brachypelma baumgarteni

SMITH, 1993

 

Beschreibung

Brachypelma baumgarteni wurde 1993 von SMITH anhand eines Männchens bestimmt, das ihm laut PETERS der Namensgeber und Sammler Marc BAUMGARTEN aus Essen zu diesem Zweck überließ. KLAAS Beschreibung weicht ab. Er erhielt 1991 von einem tschechischen Hobbyarachnologen ein Weibchen einer bis dahin unbestimmten Brachypelma-Art aus Mexiko. Es ähnelte in der Färbung stark Brachypelma boehmei, unterschied sich jedoch in der Färbung der Tibien (bei Brachypelma baumgarteni braun, bei Brachypelma boehmei orange). 1993 erhielt KLAAS zwei Männchen derselben Art. Die Exuvien der Männchen benutzte SMITH laut KLAAS 1993 für die Erstbeschreibung. Ob nun PETERS oder KLAAS Recht haben, kann ich nicht beurteilen. Wer weiß, von wem SMITH das entscheidende Bestimmungsmaterial erhielt, soll sich bei mir melden.

Die Grundfärbung der Art ist schwarz, die Beine sind bis auf die dunkleren Tarsen leuchtend orange. Das schwarze Abdomen ist leicht mit orangenen Haaren bedeckt. Die sehr hübsche Art wird mit mehr als 8 cm Körperlänge recht groß.

Verbreitung

BAUMGARTEN hat die Art laut PETERS im Vorgebirge der Sierra Madre del Sur nördlich von Acapulco, Mexiko gefunden. Die Tagestemperaturen liegen im Durchschnitt bei 35° C und können Spitzenwerte von 40° C erreichen. Die Nachttemperaturen liegen bei 18-21° C. Durchschnittlich gibt es 72 Regentage im Jahr, an denen die Niederschlagsmenge laut PETERS 1500 bis 2000 mm erreicht. Das Verbreitungsgebiet liegt auf einem schmalen und sehr fruchtbaren Küstenstreifen (max. Breite 20 km), der laut PETERS landwirtschaftlich intensiv genutzt wird, meist durch Maiskulturen. KLAAS widerspricht und schreibt, das Verbreitungsgebiet werde landwirtschaftlich kaum genutzt. Er beschreibt die Gegend als mit Felsbrocken durchsetzte Berghänge, die oft sehr steil und unzugänglich sind, wodurch die Art kaum gefährdet ist. Die Küstgenregion ist schwach bewaldet und bietet durch das Geröll ideale Versteckmöglichkeiten für die Tiere. Dadurch werden sie nur sehr selten, meist nur in Form männlicher oder überfahrener Exemplare, gefunden.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Standard für Bodenbewohner (30X30x20).

Licht

Ein 25 Watt Halogenspot im Terrarium schafft die nötige Wärme.

Temperatur

Tag 27-32° C, Nacht 18-20° C.

Luftfeuchtigkeit

60-75% Bodenfeuchtigkeit im Versteck.

Bodengrund

Der Bodengrund sollte lehmreich und “fett” sein. Dazu bietet sich Rasenerde an (bitte ungedüngt!), die man mit etwas Sand auflockern kann. Gut festdrücken. Substrat zur Hälfte feucht halten.

Einrichtung

5-7 cm hoher Bodengrund. Ein gebogenes Stück Korkrinde o.ä. als Versteck und ein Trinknapf von ca. 8 cm Durchmesser mit einem Korkstück für Futtertiere.

Fütterung

Heimchen und Grillen. Ausgewachsene Weibchen nehmen auch Nacktmäuse.

Zucht

KLAAS hat nach eigenen Angaben die Art als erste 1993 gezüchtet – mit zwei Männchen und dem damals einzigen Weibchen, das es in Europa gab. Diese Nachzuchten wurden 1998, also fünf Jahre später, geschlechtsreif, ihre ersten Gelege jedoch gefressen. 1999 züchteten die F1-Exemplare erneut. Diesmal kamen die Spiderlinge durch. Interessant ist der Fakt, dass sie in der Farbgebung deutlich variieren, was sehr ungewöhnlich für Vogelspinnen ist. Dies hat aktuell Diskussionen bezüglich des Artstatus von Brachypelma baumgarteni ausgelöst.

 

Literatur

KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen

PETERS, H.-J. (2000): Kleiner Atlas der Vogelspinnen, Band 1

 

Google
Web Biotropics.com