Brachypelma auratum

SCHMIDT, 1992

 

Beschreibung

Brachypelma auratum wird laut PETERS bei uns, aber besonders in den USA seit Mitte der 1980er Jahre gepflegt. Sie hat eine besonders bewegte Namensgeschichte hinter sich. Al MCKEE, ein US-amerikanischer Händler hat die Art laut SMITH als erste gefangen. Er züchtete sie auch als erster nach. Den Nachwuchs brachte er unter dem Namen “Flame Knee” auf den Heimtiermarkt der USA. Aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit zu Brachypelma smithi wurde die Art als Farbvariante unter dem Namen “Brachypelma pseudosmithi” bei uns gehandelt. Danach setzte sich der Name “Hochlandsmithi” durch. “Hochland” laut KOTHE deswegen, weil das erste nach Deutschland eingeführte Exemplar im Hochland südlich von Mexiko gefangen wurde. Die Bezeichnung ist aber irreführend, da die Art nachweislich genauso im Flachland vorkommt. Erst nachdem Material von beiden Geschlechtern vorlag, wurde Brachypelma auratum von Dr. Günther SCHMIDT 1992 unter dem heutigen Namen beschrieben.

Brachypelma auratum

Foto: D. Eckardt

Brachypelma auratum ist in der Grundfärbung dunkler als Brachypelma smithi. Die Bänder an den Beinen sind nicht orange, sondern kräftig rot und die Beinglieder durch weiße Flecken abgesetzt. Die Kontraste sind dadurch stärker – eine wunderschöne Art. Sie erreicht gut 8 cm Körperlänge.

Verbreitung

Guerrero und Michoacan im Süden von Mexiko. Brachypelma auratum bevorzugt Bergwälder und mit großen Felsen durchsetzte, jahreszeitlich sehr trockene (aride) Gebiete. Regenfälle sind laut KLAAS selten, aber dann so stark, dass einige Tiere obdachlos werden. Er berichtet von Exemplaren in 1000 m Höhe, die bei starken Regenfällen auf einer Passstraße am Fuß der Berge frei umherliefen. Besonders Abbruchkanten, wie sie beim Bau von Straßen entstehen, sind ein beliebter Aufenthaltsort. Laut KOTHE finden sich die selbst gegrabenen Wohnröhren von Brachypelma auratum häufig in Wassernähe.

Verhalten

Laut KOTHE ist Brachypelma auratum ruhig und pflegeleicht und auch für Anfänger geeignet.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Laut KOTHE sind die Tiere recht aktiv und klettern gern, deswegen schlägt er eine Terrariengröße von 50x40x40 cm vor.

Licht

Ein 25-35 Watt Halogenspot (je nach Behältergröße) im Terrarium schafft die nötige Wärme.

Temperatur

Tag 27-32° C, Nacht 18-20° C.

Luftfeuchtigkeit

60-70% Bodenfeuchtigkeit im Versteck.

Bodengrund

Laut KOTHE bietet sich eine 10 cm hohe Schicht Palmenerde besonders an. Wichtig: so gut festdrücken, dass die Tiere nicht mit den Tarsen einsinken.

Einrichtung

Ein gebogenes Stück Korkrinde o.ä. als Versteck. Außerdem ein Trinknapf von ca. 8 cm Durchmesser (Blumenuntersetzer, Ton, innen glasiert) mit einem Stückchen Kork als Rettungsring für Futtertiere. Ggfs. können Klettermöglichkeiten in Form von Ästen eingebracht werden.

Fütterung

Heimchen und Grillen.

Zucht

KOTHE gibt die Nachzucht als schwierig und selten an. Auch KLAAS berichtet, dass die regelmäßige Zucht bisher nicht gelungen ist. Ihm gelang die Zucht im Dezember 2001 mit Weibchen, die er schon zehn Jahre gepflegt hatte. Laut MCKEE beträgt die Inkubationsdauer des Kokons 76 Tage bei einer Durchschnittstemperatur von 26,7° C und einer Luftfeuchte von 60%.

 

Literatur

KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen

KOTHE, H. W. (2003): Vogelspinnen

PETERS, H.-J. (2000): Kleiner Atlas der Vogelspinnen, Band 1

SCHMIDT, G. (1992): Brachypelma auratum sp . n ., die sogenannte Hochlandform von Brachypelma smithi (Arachnida, Theraphosidae, Theraphosinae). - Arach. Anzeiger, 3: 9-14.

SCHULTZ, S.A./SCHULTZ, M.J. (1998): The Tarantula Keeper´s Guide

VON WIRTH, V. (1996): Vogelspinnen

 

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