Brachypelma albiceps

POCOCK, 1903

 

Das Epitheton setzt sich aus den Wörtern albus = weiss und ceps = Haupt zusammen. Es bezieht sich auf den hellen Carapax dieser Art.

 

Beschreibung Brachypelma albiceps

Markus Ruhnau aus Köln sammelte in Toluca auf der Höhe von Mexiko City Anfang der 1990er diese hübschen Tiere und züchtete sie anschließend nach. 1997 beschrieb SCHMIDT diese Spezies und gab ihr den Namen Brachypelmides ruhnaui. Nach genaueren Untersuchungen ist die Art als Brachypelma ruhnaui eingeordnet worden. Aber auch dieser Name hat nicht lange gehalten. Brachypelma ruhnaui ist jetzt ein Synonym von Brachypelma albiceps, und unter diesem Namen wird diese Spinne jetzt hoffentlich längere Zeit zu finden sein. Mittlerweile ist die Art durchaus bei uns zu haben, wenn auch selten und ein bisschen teurer. Am auffälligsten ist der Carapax: hellbeige, fast weiß. Er steht in krassem Kontrast zu der schwarzen Grundfärbung des restlichen Körpers und macht die Tiere so begehrt. Das Abdomen ist ähnlich, aber nicht so stark wie bei Brachypelma vagans rot behaart. Die US-Amerikaner erkennen die Alleinstellung der Gattung Brachypelmides nicht an. Die Art wird ca. 7 cm groß und – schließt man auf das Wachstum ururalt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet weicht laut PETERS völlig von dem von Brachypelma klaasi ab. Es besteht aus Halbtrockengebieten im Hochland von Guerrero, die mit niedrigen Büschen und spärlichem, dürrem Gras bewachsen sind. Das Gelände ist hügelig bis bergig. Die weitere Vegetation besteht aus Agaven. In den nördlichen Hängen der mexikanischen Sierra Madre del Sur, wo die Art anzutreffen ist, herrscht deutlich mehr Trockenheit und mehr Kühle als an der Küstenseite. Es gibt monatelange Trockenperioden. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 25-28° C mit einer deutlichen Diapause, die man (sub-)adulten Exemplaren bieten sollte. Die durchschnittliche Luftfeuchte beträgt 60%.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

Standard für Bodenbewohner (30X30x20).

Licht Brachypelma albiceps - Carapax

Ein 20-25 Watt Halogenspot im Terrarium schafft die nötige Wärme.

Temperatur

Tag 25-28° C, Nacht 18-20° C.

Luftfeuchtigkeit

60% Bodenfeuchtigkeit im Versteck.

Bodengrund

Blumenerde bietet sich an. Gut festdrücken. Das Substrat braucht nur selten befeuchtet zu werden.

Einrichtung

5-7 cm hoher Bodengrund. Ein gebogenes Stück Korkrinde als Versteck. Ein Trinknapf von ca. 7 cm Durchmesser mit einem Stückchen Kork.

Fütterung

Heimchen, Grillen, Mehlwürmer.

Zucht

Brachypelma albiceps - AbdomenLaut PETERS enthält ein Kokon gut 300 Spiderlinge. Seiner Meinung nach wachsen diese bei der richtigen Pflege rasant heran. Das halte ich meiner eigenen Erfahrung nach für fragwürdig – eines der wenigen Male, wo PETERS wahrscheinlich falsch liegt. Ich habe nie eine Vogelspinne oder einen Spiderling besessen, der langsamer gewachsen ist. Dagegen schießt ein Kieselstein wie Unkraut in den Himmel. Dieses Nichtwachstum ist schon erstaunlich enervierend. Mittlerweile wissen wir uns keinen Rat mehr und versuchen die Aufzucht im Inkubator, der normalerweise eher Gelege von Ritteranolis und Leopardgeckos zum Schlupf bringt.

 

Diese Arten könnten Sie ebenfalls interessieren:

Brachypelma smithi (Rotknievogelspinne)
Brachypelma boehmei
Avicularia versicolor

Theraphosa blondi (Riesenvogelspinne)

Literatur

KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen

PETERS, H.-J. (2000): Kleiner Atlas der Vogelspinnen, Band 1

 

Google
Web Biotropics.com